Hirschentanz ein "Schwachwind-Standort"

Lokales
Konnersreuth
09.07.2015
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Es bleibt dabei: Die Planungen zur Errichtung von Windrädern am Hirschentanz werden vorerst nicht weiter verfolgt. Einen neuerlichen Antrag der SPD hat der Konnersreuther Marktrat abgelehnt.

Bürgermeister Max Bindl berichtete jetzt aus der nichtöffentlichen Sitzung im Juni. Die SPD hatte damals wie folgt gefordert: "Die Marktgemeinde beauftragt den Vorstand des Kommunalunternehmens, Edgar Wenisch, mit den Vorplanungen für Bürgerwindkraftanlagen am Hirschentanz, insbesondere zur Pachtung der dafür geeigneten Flächen."

Daraufhin beschloss das Gremium laut Bindl mehrheitlich, "dass Planungen zur Errichtung von Windkraftanlagen am Standort Hirschentanz, Schmierofen, Hutfleck und Suhllache derzeit nicht weiter verfolgt werden, weil die gesetzliche 10-H-Regelung gilt und aufgrund der dort herrschenden Windgeschwindigkeiten, der unterdurchschnittlichen jährlichen Volllaststunden und der Ertragslage eine Wirtschaftlichkeit eher nicht zu erwarten ist".

Geschäftsleiter Markus Troesch hatte vor der Abstimmung per Power-Point-Präsentation Informationen zu den am Standort Hirschentanz herrschenden Bedingungen vorgelegt. Demnach seien nur Windgeschwindigkeiten unterhalb von 6,0 Meter pro Sekunde zu erwarten, was für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht ausreiche. Auch die zu erwartenden Volllaststunden seien laut dem Bayerischen Windatlas unwirtschaftlich. Bürgermeister Max Bindl sprach auf Nachfrage von einem "Schwachwind-Standort".

"Falsche Informationen"

Edgar Wenisch (SPD) erinnerte jetzt daran, dass die Firma Ostwind im Jahr 2012 ein TÜV-Gutachten zur Windhöffigkeit am Hirschentanz habe durchführen lassen. "Dieses Gutachten besagt klar, dass der Hirschentanz ein guter Windkraftstandort ist." Er stellte nun in der Sitzung den Antrag, dass "aufgrund falscher Informationen durch die Verwaltung über den Standortsicherungsvertrag am Hirschentanz" nochmals abgestimmt wird. Zudem forderte Wenisch, dass Markus Troesch die damalige Präsentation erneut darlegt.

Troesch lehnte dies mit dem Hinweis ab, dass einige Details nicht in öffentlicher Sitzung vorgelegt werden könnten. Abgesehen davon sei in der damaligen Sitzung ausführlich über dieses Thema informiert worden. Weiter fragte Troesch: "Wenn die Firma Ostwind meint, dass das so ein toller Windkraftstandort ist, warum macht sie dann nicht weiter?"

Wenisch bestand darauf, dass erneut über einen Standortsicherungsvertrag abgestimmt wird. "Wir sind heute nicht vollzählig", erwiderte Bürgermeister Bindl und verschob diesen Punkt auf die nächste Sitzung am 30. Juli. Markus Troesch forderte die SPD auf, ihren Antrag schriftlich und rechtzeitig bei der Marktverwaltung einzureichen.
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