Mahnung an Priesterkollegen

Pfarrer Edgar Neidinger (Mitte) führte den Resl-Gebetstag als Hauptzelebrant und Prediger an. Mit am Altar standen Pfarrer Alex Sebastian (links), Urlaubsvertreter im Kloster Theresianum, sowie Pfarrer Steffen Kolb aus der Heimat von Pfarrer Neidinger. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
21.08.2015
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Kritische Worte für so manchen Geistlichen fand Pfarrer Edgar Neidinger beim jüngsten Resl-Gebetstag in Konnersreuth: "Viele kümmern sich zu sehr um Äußerliches, anstatt wie Jesus' Hirten zu sein."

Edgar Neidinger wirkte 28 Jahre lang als Stadtpfarrer von Bruchsal (Baden-Württemberg), ehe er im vergangenen Jahr in den Ruhestand wechselte. Der große Verehrer von Therese Neumann war bereits mehrere Male in Konnersreuth zu Gast. In der voll besetzten Pfarrkirche dankte er all jenen, die sich seit elf Jahren an den Gebetstagen beteiligen und sich ehrenamtlich im Resl-Haus und im Resl-Garten verdient machen.

"Die Konnersreuther halten einen ganz schön auf Trab", sagte Pfarrer Neidinger zu Beginn des Gottesdienstes. "Ich bin jetzt seit gut einer Woche hier die Urlaubsvertretung für Pater Benedikt Leitmayr und musste schon viele Aufgaben erledigen. Besonders freue ich mich heute über die vielen Besucher, die trotz Ferienzeit zum Resl-Gebetstag kommen", sagte der Geistliche.

130 Bischöfe vor Ort

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er das Thema "Liebe zu Jesus ständig erneuern" und zitierte Ritter von Lama, der in seinen Jahrbüchern von 1928 bis 1936 davon sprach, wie erschüttert viele der Priester gewesen seien, die das Karfreitagsleiden der Resl hautnah miterlebt haben. Alleine in diesen acht Jahren, so der Prediger, seien über 130 Bischöfe aus aller Welt nach Konnersreuth gekommen. So habe Bischof Waitz aus Feldkirch (Österreich) geschrieben: "Das waren Exerzitien, wie ich sie in meinem Leben noch nie gemacht habe." Bischof Dr. Kametka (Slowakei) habe damals schon beklagt, dass es zu wenig Priester gebe. Therese Neumann habe damals zur Antwort gegeben: "Zu wenig Gute." Weiter habe sie betont, dass Priester ihr Amt ohne jeden Hochmut ausüben sollten.

Ritter von Lama habe 1935 die Not der Welt folgendermaßen beschrieben: "Entsetzliche Gottlosigkeit, Auflösung des Familienlebens, schreiende soziale Ungerechtigkeit, Zusammenbruch der Moral, irrige Auffassungen im Verhältnis von Rechten und Pflichten und das Dunkel einer ungewissen Zukunft." Pfarrer Neidinger machte deutlich, dass diese Kennzeichen einer kranken Welt auch heute noch zu finden seien. "Dagegen sind Resl-Gebetstage ein Segen, weil Gott die Frohbotschaft seines Sohnes Jesus Christus durch ihre Person aufrüttelt."

Krasser Gegensatz

Therese Neumann habe in 36 Jahren über 800 Mal die Leiden Jesu miterlebt. "Sie hat uns aufgezeigt, wie Gott uns erlöst hat aus dem ewigen Tod, nämlich durch das Leiden seines Sohnes am Kreuz. Therese Neumann durfte in ihren Visionen mehrfach in die Ewigkeit schauen. Sie war ganz erfüllt von der Sehnsucht, einmal für immer bei Gott sein zu dürfen." Dies stehe im krassen Gegensatz zur heute verbreiteten Mentalität, dass es ausreiche, einmal gut gelebt zu haben. "Für Therese Neumann war der Empfang der Heiligen Kommunion 36 Jahre lang die einzige Nahrung, für sie wurde Jesus wahrhaft Speise und Trank." Botschaft des Resl-Gebetstages sei es, dass sich alle im Hirtenamt Tätige vom Phänomen Konnersreuth bezüglich der Erneuerung des persönlichen Verhältnisses zu Jesus Christus angesprochen fühlen sollten. Natürlich sollten auch alle Gläubigen der Veräußerlichung des Glaubens entgegenwirken.

Mit einer feierlichen Lichterprozession ans Grab der Therese Neumann endete der Gebetstag. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatte Matthias Schraml an der Orgel übernommen.
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