Marktrat bekräftigt Ablehnung

Lokales
Konnersreuth
07.08.2015
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Die Lage bleibt unverändert: Zum wiederholten Mal hat sich der Konnersreuther Marktrat jetzt gegen Windkraftanlagen am Hirschentanz ausgesprochen.

In der Juni-Sitzung hatte die SPD-Fraktion erneut beantragt, dass der Vorsitzende des Kommunalunternehmens, Edgar Wenisch, mit den Vorplanungen für Bürgerwindkraftanlagen am Hirschentanz, insbesondere zur Pachtung der dafür geeigneten Flächen durch den Marktgemeinde, beauftragt wird. Nachdem das Gremium bereits seine neuerliche Ablehnung signalisiert hatte, wurde der Punkt auf die Sitzung Ende Juli verschoben - mit der Bitte, die SPD möge den Antrag diesmal schriftlich einbringen (wir berichteten).

Bürgermeister Max Bindl wies nun in der jüngsten Sitzung darauf hin, dass der SPD-Antrag durch den Marktgemeinderat bereits einmal abgelehnt wurde. Es gebe keinen Anlass, den bereits bestehenden Beschluss umzuändern. Er habe aus formalen Gründen aber trotzdem dem Wunsch der SPD entsprochen und den Antrag zur nochmaligen Beschlussfassung vorlegt.

Fakt sei, so Bindl, dass der Hirschentanz ein "Niedrigwindstandort" sei. Man müsse auch deutlich sehen, dass weitere Aspekte für die Entscheidung zu berücksichtigen waren. So seien die Strompreise gesunken und die Einspeisevergütung bei "On-Shore-Anlagen" weiter gesenkt worden. Zudem verwies Bindl auf die 10-H-Regelung. Auf Mitterteicher Gebiet seien große Anstrengungen zur Verbesserung des Naherholungsgebiets Großbüchlberg vorgenommen worden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies auf Zustimmung der Stadt Mitterteich treffen würden", so Bindl über mögliche Anlagen am Hirschentanz.

Gefahr der Umzingelung

Als weiteres Argument führte Bindl an, dass zwischenzeitlich Windräder auf dem Gebiet der Stadt Arzberg stehen und sich optisch markant auf das Konnersreuther Ortsbild auswirkten. Bei weiteren Anlagen sei die Gefahr einer Umzingelung gegeben. Bindl gab zu bedenken, dass weder das Kommunalunternehmen Konnersreuth noch die Gemeinde finanziell und personell in der Lage seien, solche Großprojekte alleine zu stemmen. Hierzu sei die Energiegesellschaft "Welt" gegründet worden.

Nicht ohne die Bürger

Eines der wichtigsten Argumente sei aber laut Bindl der Bürgerwille: "Ohne den Bürger mitzunehmen, kann man nicht vorpreschen." Bereits bei der Auslegung des sachlichen Flächennutzungsplanes sei eine tendenziell ablehnende Haltung in der Bevölkerung spürbar gewesen. Nach Meinung des Bürgermeisters ergebe ein Standortsicherungsvertrag nur Sinn, "wenn die Konnersreuther diese Anlagen wollen, man auch mit sicheren wirtschaftlichen Erträgen rechnen kann und man absolut rechtssicher bauen darf". Für den Abschluss eines kostenpflichtigen Standortsicherungsvertrages gebe es derzeit keine Notwendigkeit.

Robert Weiß (CSU) bemerkte, dass es sich die Antragsteller recht leicht gemacht hätten. Es sei nicht möglich, den Inhalt des Antrages, sprich die im Widerspruch stehenden Aussagen über die prognostizierten Volllaststunden, isoliert zu betrachten. Es mache keinen Sinn, diesen einzelnen Faktor aus der Gesamtschau der Thematik herauszulösen. "Nach eingehender Diskussion in der vorletzten nichtöffentlichen Sitzung war sich der Marktrat mehrheitlich einig, dass leider eine Vielzahl von schwerwiegenden Gründen gegen einen Windkraftstandort Hirschentanz spricht." Die CSU werde daher ihr Abstimmungsverhalten nicht ändern.

Edgar Wenisch (SPD) sprach von einem zweiten von ihm in Auftrag gegebenen Ertragsgutachten, das die bisherigen guten Windwerte am Hirschentanz bestätige. Dieses erneute Ertragsgutachten basiere auf Windmessungen in Röslau und im Fichtelgebirge. Bei diesen Messungen, die über ein Jahr hinweg gemacht worden seien, habe man mittlere Windgeschwindigkeiten von 5,9 bis 6,0 Meter pro Sekunde gemessen.
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