Mehrheit für Kompromiss

Nach monatelangen Diskussionen erhält der Eisclub Konnersreuth nun doch einen Zuschuss für den Neubau seines Vereinsheims. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
13.02.2015
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Jetzt also doch: Mehrheitlich beschloss der Konnersreuther Marktrat, dem Eisclub einen Zuschuss für den Neubau seines Vereinsheims zu gewähren. Zustimmung fand ein Kompromissvorschlag, der wohl lediglich zu Kosten im dreistelligen Bereich führt.

(jr/lnz) Der Antrag des Vereins hatte im vergangenen Jahr mehrmals zu Diskussionen im Gremium geführt (wir berichteten). So war etwa argumentiert worden, dass die Gemeinde bereits den Bau des früheren Vereinsheims bezuschusst habe. Weil der EC nach dem Brand dieses Gebäudes eine Versicherungsentschädigung erhalten hat, waren vonseiten der Gemeinde diverse Unterlagen angefordert, aber vom EC nicht wie gewünscht vorgelegt worden. Letztlich hatte der Verein seiner Forderung mit Hilfe eines Anwaltsbüros Nachdruck verliehen, was wiederum für Unmut sorgte.

Bürgermeister Max Bindl informierte jetzt über ein Gespräch im Januar, an dem er selbst, Geschäftsleiter Markus Troesch und die Verantwortlichen des Eisclubs teilgenommen hätten. Dabei sei der Schaden durch den Brand mit 90 904 Euro angegeben worden. Die Versicherung habe 63 666 Euro ausbezahlt, die tatsächlichen Gesamtbaukosten für das neue Vereinsheim lagen laut EC bei 56 780 Euro.

Edwin Pfohl (Freie Wähler) machte deutlich, dass die Gesamtschadenssumme auch das zerstörte Inventar beinhalte. "Wir bezuschussen aber nur das Material für den Neubau", so Pfohl zu den in der Marktgemeinde geltenden Grundsätzen. Andreas Malzer (CSU) brach eine Lanze für den Eisclub und sprach von einem Sonderfall, "den wir bisher noch nicht hatten". Malzer fragte: "Was wäre denn, wenn den Neubau ein Privater finanziert hätte? Bekäme dann der Verein auch keinen Zuschuss?" Malzer machte deutlich, dass der Eisclub Anspruch auf gemeindliche Unterstützung habe.

Größer und massiv gebaut

Bürgermeister Bindl gab zu bedenken, dass die Versicherungssumme die Kosten des Neubaus abdecke. "Es ist sogar eine Überdeckung vorhanden." Wie bereits zuvor erinnerte der Bürgermeister an den Zuschuss für den Bau des früheren Vereinsheims und sprach sich gegen eine Doppelförderung aus. "Wir sollten den EC als Einzelfall sehen und zu einer einvernehmlichen Lösung kommen", warf Uwe Rosner (CSU) ein. Stefan Siller (Freie Wähler) wollte wissen, ob der Neubau im Vergleich größer ausgefallen sei. Robert Weiß (CSU), Vorstandsmitglied beim EC, bestätigte dies und ergänzte, dass das alte Vereinsheim in Holzbauweise errichtet worden sei, der Neubau hingegen in Massivbauweise. Weiß sprach deshalb von einer baulichen Aufwertung des Gebäudes.

Stefan Siller plädierte dafür, den Kostenmehraufwand zu bezuschussen, der zur Schaffung des im Vergleich größeren Gebäudes nötig gewesen sei. Uwe Rosner schlug vor, die entsprechenden Materialkosten zu errechnen und darauf einen zehnprozentigen Zuschuss zu gewähren. Auch Robert Weiß sah in diesem Ansatz eine mögliche Lösung. Die Mehrheit des Marktrates stimmte diesem Vorgehen schließlich zu. Dagegen sprachen sich Edgar Wenisch und Wolfgang Pötzl (beide SPD) sowie Reinhard Wurm und Markus Konrad (beide Freie Wähler) aus. Edgar Wenisch merkte kritisch an: "Wir befinden uns in der Haushaltskonsolidierung." Wolfgang Pötzl sah eine Förderung als nicht sinnvoll an.

Grobe Schätzung

Auf NT-Anfrage teilte Geschäftsleiter Markus Troesch im Nachhinein mit, dass mit Hilfe von Unterlagen des EC nun zu klären sei, wie viel größer das neue Vereinsheim im Vergleich zum alten gebaut wurde. Die für die Differenz errechneten Materialkosten würden dann entsprechend bezuschusst. "Das dürfte eine Summe im dreistelligen Bereich nicht überschreiten", so seine grobe Schätzung zur Höhe der Förderung.
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