Mitdenken, mitreden und mitgestalten

Die Bürger durften Stärken und Schwächen sowie Wünsche notieren. Architektin Afra Waidmann (Bild) sammelte die Kärtchen und präsentierte sie auf vorbereiteten Tafeln. Eine Basis für das Ortsentwicklungskonzept für Konnersreuth. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
01.11.2015
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Den Konnersreuthern ist die Zukunft ihrer Gemeinde wichtig. Rund 100 Interessierte kamen zur Auftaktveranstaltung zur Ortsentwicklung. Sie wollen mitreden und mitgestalten.

Der Start der städtebaulichen Grobanalyse am Freitagabend im Schiml-Saal war eine Punktlandung. Die Ortsentwicklung von Konnersreuth interessiert. Joachim Schmitz-Klopf (RSP-Architekten Bayreuth) moderierte das Treffen. Die Anregungen der Bürger wurden gesammelt und bilden nun die Grundlage für die Erstellung eines Konzepts.

Bürgermeister Max Bindl freute ich über den guten Besuch. Gleich zu Beginn machte er deutlich, dass die Bürger gefragt sind. Sie gäben vor, wie Konnersreuth sich entwickeln solle. Die RSP-Architekten werden die Ideen sammeln und auswerten. Vom Marktrat wird eine eigene Lenkungsgruppe mit Vertretern des Marktrates, der Kirche, der Organisationen und der Vereine eingerichtet. Ziel sei es, ein möglichst breites Meinungsspektrum zu bekommen. Die Umsetzung des Entwicklungskonzepts soll in den kommenden zehn Jahren erfolgen.

Arbeitskreise

Die ersten Termine sind schon festgelegt: Die Lenkungsgruppe soll am 10. November tagen, die beiden noch zu schaffenden Arbeitskreise mit Bürgern am 17. und 24. November. Bei der Bürgerversammlung am 27. November sollen dann erste Ergebnisse präsentiert werden. Schon am 14. Januar soll in der Marktratssitzung ein erster Maßnahmenkatalog verabschiedet werden. Bürgermeister Max Bindl sprach einige Brennpunkte an, die im Ortsentwicklungskonzept verwirklicht werden sollen. Er nannte Schafferhof, Nahwärmeversorgung, Sanierung der ehemaligen Förderschule, Resl-Haus, Ausbau des Therese-Neumann-Platzes, barrierefreier Zugang zum Rathaus. Weiter hofft Bindl auf Lösungen zur Beseitigung des Leerstands und auf Anreize für Sanierungen. "Packen wir es an. Wir wollen keine Zeit verlieren", ermunterte der Bürgermeister.

Architekt Joachim Schmitz-Klopf rief alle Konnersreuther auf, an der Zukunft ihrer Marktgemeinde mitzuwirken. Wer Interesse hat, an den Arbeitskreisen mitzuwirken, kann sich noch bis zum 5. November im Rathaus melden. Er wird dann zu den Sitzungen, die im Feuerwehrgerätehaus stattfinden, eingeladen. "Unser Ziel ist es, die Ideen der Menschen gebündelt zu sammeln und zu versuchen, diese dann in die Tat umzusetzen", sagte Schmitz-Klopf. "Wir wollen die örtliche Kompetenz bei der Neugestaltung der Marktgemeinde nutzen." Als zentrale Punkte hatte der Sprecher die Bereiche rund um Kirche, Resl-Haus und Schafferhof ausgemacht. Joachim Schmitz-Klopf hatte Kartenmaterial mitgebracht, das den Ortskern vor 200 Jahren zeigte. Fazit: Die Grundstrukturen haben sich kaum verändert.

Für den Schafferhof machte er deutlich: "Wichtig ist eine bezahlbare Lösung mit einer rentierlichen Nutzung." Schmitz-Klopf sprach von einem magischen Dreieck - Resl-Haus, Friedhof und Resl-Garten. Gleich bei seinen ersten Begehungen in Konnersreuth habe er festgestellt: "Die Leute fühlen sich hier wohl. Es macht Spaß, hier durch die Straßen zu laufen."

Ruhezonen

Bereits am Freitag waren die Bürger gefordert, ihre Meinungen auf Kärtchen zu schreiben: Was kann verbessert werden? Was gefällt Ihnen? Was ist positiv? Die Stärken und Schwächen wurden gesammelt. Auffallend war, dass viele Bürger eine Verringerung des Verkehrs und dafür Ruhezonen im Ortskern wünschten. Heftige Kritik an der Aufnahme des Schafferhofs in das Förderprogramm übte Edgar Wenisch. Er fragte die Bayreuther Architekten, ob die nicht wüssten, dass 68 Prozent der Konnersreuther einen Abriss des Schafferhofs und einen Neubau wollten. Wenisch verwies dabei auf den Bürgerentscheid.
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