Neubau nicht zu vermeiden

Mit drei Mitarbeitern war die Firma Tennet bei der 6. Konnersreuther Energiekonferenz vertreten. Im Bild (von links) SPD-Ortsvorsitzender Siegfried Zitterbart, Stefan Opel (Tennet), Ina-Isabelle Haffke (Tennet), Wolfgang Pötzl, Jörg Max Fröhlich (Tennet), Moderator Edgar Wenisch und Lara Gradl. Bild: jr
Lokales
Konnersreuth
18.09.2015
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Im Jahr 2018 sollen die Bagger anrollen, spätestens 2020 soll das Projekt fertig sein: Umfassende Informationen über den Bau des Ostbayernrings erhielten die Besucher der 6. Konnersreuther Energiekonferenz.

Das Interesse an der vom SPD-Ortsverein organisierten Veranstaltung war groß: Rund 120 Besucher hatten sich zum Infoabend mit den Vertretern der Firma Tennet im Schiml-Saal eingefunden. Gekommen waren unter anderem Bürgermeister Max Bindl, Forstdirektor Gerhard Schneider vom Forstbetrieb Waldsassen, DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schuster und stellvertretender BBV-Obmann Martin Härtl. Vor Ort waren auch zahlreiche Gäste aus Oberfranken und dem Raum Weiden.

Begrüßt wurden die Gäste von Lara Gradl, dem jüngsten Mitglied der Konnersreuther SPD. "Wir wollen mit unseren Energiekonferenzen die Energiewende unterstützen." Ausdrücklich betonte sie, dass die Konnersreuther Genossen nicht kategorisch gegen den Bau neuer Stromtrassen seien. Sie gab zu bedenken, dass Atommüll auch nicht zum Schutz von Landschaften beitrage. Gemeinsam müsse nach Lösungen gesucht werden. Die Moderation übernahm im Anschluss Marktrat Edgar Wenisch.

Folge der Energiewende

Jörg Max Fröhlich von der Firma Tennet erklärte in seiner Einführung, dass der Ostbayernring eine Folge der Energiewende sei. Diese sei zwar wegen der jüngsten weltpolitischen Ereignisse etwas in Vergessenheit geraten, aber in der Gesellschaft herrsche nach wie vor ein breiter Konsens, dass die Energiewende notwendig sei. China habe im vergangenen Jahr bereits mehr Geld für Umweltprojekte ausgegeben als ganz Europa. "Unser Ziel ist klar definiert: Wir wollen unseren Planeten weiter bewohnbar halten."

Die Firma Tennet stellte Fröhlich als einen der vier großen Netzbetreiber in Deutschland vor. So verfüge das Unternehmen allein im Bundesgebiet über Leitungen mit einer Gesamtlänge von 10 882 Kilometern. "Wir haben 1400 Mitarbeiter mit 122 Umspannwerken und betreuen rund 24 Millionen Endverbraucher."

Eine wichtige Aufgabe des Unternehmens sei es, "den Strom vom Norden zum Endverbraucher im Süden zu bringen". Die Notwendigkeit für neue Leitungen zum Stromtransport hänge laut Fröhlich auch damit zusammen, dass aufgrund der Wetterlage Windräder an etwa 100 Tagen im Jahr still stünden und auch die Sonne nicht täglich 24 Stunden lang scheine. Fröhlichs Kollegin Ina-Isabelle Haffke ging auf den Unterschied zwischen Wechselstrom und Gleichstrom ein. Weil bei Wechselstrom eine Erdverkabelung eher nicht in Frage komme, müsse der Ostbayernring oberirdisch verlaufen. Und dieser sei für die Versorgungssicherheit vor Ort sehr wichtig. Das Raumordnungsverfahren soll noch im Oktober oder November dieses Jahres starten. Die 185 Kilometer lange Route führe an Umspannwerken in Redwitz, Mechlenreuth, Etzenricht und Schwandorf vorbei.

Größerer Abstand

Kurz zeigte Ina-Isabelle Haffke den groben Trassenverlauf bei Konnersreuth auf. Die neue Trasse soll parallel zur bisherigen Trasse verlaufen, wobei von der Wohnbebauung noch weiter weggerückt werde als zunächst geplant. Die Masten werden eine Höhe zwischen 65 und 75 Meter aufweisen und damit die bisherigen Modelle deutlich überragen. "Ein Ersatzneubau ist nicht zu vermeiden, da die neuen Leitungen wesentlich stärker und schwerer sein werden", erklärte Haffke. Durch den Neubau sei es möglich, die tatsächlichen Begebenheiten vor Ort stärker zu berücksichtigen. So rücke die neue Trasse im Vergleich rund 65 Meter weiter nach Süden. Nach der Fertigstellung des Ostbayernrings werde die Bestandstrasse rückgebaut.

Die Sprecherin versicherte, dass die Bürger bei den Planungen mitgenommen würden und im Raumordnungsverfahren Einwände geltend machen können. Erste Gespräche mit den Grundstückseigentümern stünden bevor.
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