Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege bezieht klar Stellung zum Projekt Schafferhof
"Zwei Kisten - das ist unvorstellbar"

Wir im Denkmalschutz sehen nicht nur den Schafferhof. Wir wollen Konnersreuth in seiner Gesamtheit weiterentwickeln.
Lokales
Konnersreuth
12.10.2015
78
0
"Der Schafferhof hat eine ganz andere Aussagekraft in Bezug auf die Konnersreuther Resl als zwei neugebaute Kisten an dessen Stelle." Klare Worte von Diplom-Ingenieur Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege. Bei der Jahresversammlung des Fördervereins (siehe weiterer Bericht) betonte er: "Ich bin dazu da, dass Baudenkmäler erhalten und nicht abgerissen werden." In Richtung Bürgerinitiative stellte er klar, die Aussage "wenn ein schlüssiges Gesamtkonzept den jetzigen Schafferhof ersetzt, dann gibt es ein Zurück aus dem Denkmalschutz" habe er nie gemacht.

Raimund Karl erinnerte an die Anfänge des Denkmalschutzverfahrens. "Die Gemeinde ist damals an uns herangetreten, weil sie Helfer und Unterstützer suchte. Uns war schnell klar, dass der Schafferhof denkmalschützende Werte hat. Für uns war das Konzept von Beginn an sehr spannend, zumal auch das Resl-Haus unter Denkmalschutz steht."

Überrascht habe ihn, als von bestimmten Kreisen versucht worden sei, den Denkmalschutz als Prellbock darzustellen. Therese Neumann bezeichnete Karl als sehr bekannte Persönlichkeit. Aber es sei notwendig, der jüngeren Generation, die sie nicht mehr gekannt habe, Wissen zu vermitteln. "Wichtig für die Zukunft sind das Geburtshaus der Resl und externe Räume, die an ihr Leben und ihre Person heranführen." Raimund Karl meinte, dass die ersten Konzepte der Konnersreuther "sehr ambitioniert waren". Wörtlich sagte er: "Es war halt eine Nummer zu groß."

Schnell habe sich abgezeichnet, dass nur eine abgespeckte Version zu realisieren sei. "Dennoch kam ein Abriss für die Denkmalpflege nie in Betracht. Ich darf Denkmäler nur abreißen, wenn eine wirtschaftliche Instandsetzung nicht möglich ist. Dies ist hier in keinster Weise der Fall." Konnersreuth hebe sich von anderen Orten ab. "Diesen Vorteil müssen Sie unbedingt nutzen. Wir im Denkmalschutz sehen nicht nur den Schafferhof, sondern den ganzen Ort. Wir wollen Konnersreuth in seiner Gesamtheit weiterentwickeln."

Kein Saal für 200 Gäste

Im Schafferhof müsse es eine Einführung zum Thema Therese Neumann geben. Die anderen Stationen müssten sich die Pilger erlaufen. "Wir brauchen dazu im Schafferhof keinen Saal für 200 Personen, Säle sind im Ort bereits vorhanden. Wir wollen vielmehr die örtliche Gastronomie mit einbinden." Wichtig war Karl: "Der Schafferhof muss finanzierbar sein. Und es muss klar sein, wie die Einrichtung im Anschluss betrieben wird." Raimund Karl lud Skeptiker ein, sich mit an den "Runden Tisch" zu setzen. "Der Schafferhof wird etwas Besonderes, wenn alle mitwirken."
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.