"Streitereien verzögern doch nur"

Dieses Kasperltheater, den Schwarzen Peter von Dorf zu Dorf zu schieben, ist angesichts des Klimawandels für zukünftige Generationen mehr als schädlich.
Lokales
Konnersreuth
22.12.2014
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Marktrat Edgar Wenisch (SPD) ist bekannt für deutliche Worte. Mit denen sparte er auch in seiner Jahresschluss-Ansprache nicht. Er kritisierte Heuchelei und sprach von Kasperltheater.

Zufrieden zeigten sich Bürgermeister Max Bindl und die Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler und der CSU in der Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr. Bürgermeister Max Bindl machte deutlich, dass alle Entscheidungen stets vom Gedanken getragen seien, dem Wünschenswerten das Machbare gegenüberzustellen. Reinhard Wurm, zweiter Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, freute sich über die Stabilisierungshilfe von 100 000 Euro. Konnersreuth müsse bis März ein Haushaltskonsolidierungskonzept aufstellen. Wichtig war ihm, "dass der Ortskern nicht verfällt, sondern neu belebt wird". Für künftige Marktratssitzungen wünschte er sich: "Hauen und Stechen sind da nicht angebracht und bringen uns auch nicht weiter. Streitereien führen doch nur zu Verzögerungen."

Für die CSU-Fraktion ließ Robert Weiß das Jahr Revue passieren. Er forderte eine Senkung der Kreisumlage. Als gemeinsames Ziel für 2015 formulierte Weiß: "Wir müssen Probleme besser und effektiver lösen." Die CSU stehe weiter für konsequentes Ausschöpfen staatlicher Fördermittel sowie für eine Förderung des Wohnungsbaus und der Landwirtschaft. Straßenschäden müssten nachhaltig saniert werden. "Wir wollen keine Flickschustereien." Er bat um einen offenen und ehrlichen Dialog. "Wir müssen Vorschläge ohne Ansehen der Partei diskutieren und dann umsetzen."

Für die SPD freute sich Edgar Wenisch, "dass nach sechs Jahren unsere Idee eines gemeinsamen Gewerbegebietes an der A 93 übernommen wurde". Völlig unverständlich nannte er die Tatsache, dass dafür 75 Hektar Wald gerodet werden müssten. "Ist eigentlich aufgefallen, dass die Pseudo-Landschaftsschützer von Gegenwind keinerlei Probleme mit der Rodung von 75 Hektar Wald haben, wo sie doch sonst bei Windrädern immer wieder von unserer wunderschönen Landschaft sprechen?" So ein Verhalten sei heuchlerisch.

An anderer Stelle sagte Wenisch: "Der Wähler hat die Freien Wähler zum Führen von Konnersreuth bestimmt. Es gibt genügend Themen, sich zu profilieren. Nur es muss irgendwann auch mal damit begonnen werden. Immer nur auf die Vorarbeit anderer zu warten und dann zu reagieren, ist auf Dauer zu wenig."

Chance verspielt

Weiteres Thema war die "Welt" (Windenergie Landkreis Tirschenreuth), in der Konnersreuth Gründungsmitglied ist. Seit Dezember 2012 sei die "Welt" damit beschäftigt, einen Standort für Windkraft zu finden. "Dieses Kasperltheater, den Schwarzen Peter von Dorf zu Dorf zu schieben, ist angesichts des Klimawandels für zukünftige Generationen mehr als schädlich. Spätestens die nächste Generation wird uns für dieses unverantwortliche Handeln verachten." Wissentlich hätten verantwortliche Politiker im Landkreis die größte Chance verspielt, "die unsere Region wirtschaftlich jemals hatte". Abschließendes Thema waren Unterkünfte für Flüchtlinge. Edgar Wenisch: "Wir sollten uns Gedanken machen, ob wir nicht auch in Konnersreuth zwei oder drei Familien Schutz bieten."
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