Zwei ausgefuchste Pläne

Lokales
Konnersreuth
18.11.2015
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Es waren zwei amüsante Abende, die die Besucher im jeweils ausverkauften Schiml-Saal erlebten: Die Theatergruppen des Konnersreuther Burschenvereins "Concordia" und der Kreisvereinigung Lebenshilfe stellten erneut ihr Bühnentalent unter Beweis.

Bereits zum fünften Mal luden die Laienspieler heuer zu einem inklusiven Theaterabend ein. Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner dankte vor allem den "Kannerschreiter Höidlbrummern", die am Samstagabend kurzfristig einsprangen und in bewährter Weise mit bayerischer und böhmischer Musik für Stimmung sorgten. Am Freitag musizierte die Band "Bredl Broad" des HPZ Irchenrieth. Burschen-Vorsitzender Max Haberkorn freute sich auf die Verleihung des Inklusionspreises durch den Bezirk Oberpfalz am 26. November.

Die Burschen präsentierten im Anschluss den Einakter "Omas Rache". Im Mittelpunkt stand Oma Erika (Irmgard Betzl), in deren Gärtnerei Sohn Ernst (Sebastian Dietz) und dessen Frau Christine (Christine Neumann) mitarbeiteten. Arbeitseifer legten Letztere noch nie an den Tag, denn sie gingen davon aus, dass sie eines Tages das Geschäft erben würden. Doch dann erfuhren sie, dass die Nichte einer von Omas Schulfreundinnen den Laden übernehmen soll. Nun ließen sich Ernst und Christine und der Angestellte Franz (Johannes Wenisch) etwas einfallen, um das Blatt zu wenden. Mit dem Ziel, Oma Erika letztlich als verrückt erscheinen zu lassen, feierten sie im Sommer Weihnachten und inszenierten ein heiteres Faschingstreiben. Zur Behandlung der verwirrten Oma riefen sie dann den Doktor (Matthias Neumann).

Absicht durchschaut

Doch Oma Erika und Enkel Thomas durchschauten den Plan und beschlossen, zurückzuschlagen. Dazu weihte die Oma den Doktor ein, der daraufhin vorgab, dass Ernst unter "großlöchrigem Gehirnschwund" leide. Schließlich konfrontierte die Oma Ernst und Christine mit der Wahrheit und betonte: "Ich bin doch nicht blöd! Am Ende stellte sich heraus, dass die Betriebsnachfolgerin Sabine (Katrin Haberkorn), die Nichte von Omas Schulfreundin, mit Thomas (Philipp Schwan) liiert ist. Und so blieben Ernst und Christine weiter nur Mitarbeiter der Gärtnerei - unter ihrem Sohn und seiner Sabine.

Noch turbulenter ging es im Stück "Die Rosskur" zu, das die Lebenshilfe aufführte. Hier ging es um die Haslinger-Bäuerin Afra (Anja Kieslinger), die nicht mehr weiter wusste, weil ihr Mann Georg (Erwin Bösl) immer wieder betrunken nach Hause kam, ohne jegliche Erinnerungen. Um den Bauern endlich von seinen Alkoholexzessen zu heilen, musste ein Plan her. Magd Vroni (Katrin Wenisch) hatte dazu eine zündende Idee. Als Georg am nächsten Morgen in die Küche kam, erschien plötzlich Viehhändler Huber (Berthold Kellner) und forderte 600 Mark. "Die habe ich dir gestern Abend geliehen, du wolltest doch in den Nachtclub ,Blaue Maus'", sagte der und hatte als Beweis noch rote Reizwäsche dabei.

Dann tauchte die Polizei auf, um wegen Anzeigen aus Eger eine Strafe von 600 Mark zu kassieren. Und dann forderte ein Liebesmädchen namens Lizzy (Julia Hamann) weitere 1350 Mark. Zu allem Überfluss kam auch noch eine Rechnung für Trüffel, Champagner und Kaviar in Höhe von 1500 Mark dazu. "Jetzt is mei ganzes Geld weg, alles fürn Deifel", sagte sich der Bauer. Plötzlich erschien sogar der Tod auf der Bühne und drohte, ihn zu holen, wenn er nicht mit dem Trinken aufhören würde. Der Bauer war sofort bereit, dem Alkohol abzuschwören: "I bin gheilt, lou Pfinga vom Schnaps, i bin wieda für mei Familie dou." Seine Frau Afra war darüber natürlich überglücklich.

Tosender Applaus

Mit integriert in das 40-minütige Stück waren vier Schauspieler mit Handicap, die sich nahtlos in das Team einfügten. Die Zuschauer bedankten sich bei den Gruppen jeweils mit tosendem Applaus.
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