Antrag der Konnersreuther SPD
Flüchtlinge im Schafferhof?

Der Schafferhof im Konnersreuther Ortskern als mögliche Flüchtlings-Unterkunft? Die SPD-Fraktion fordert per Antrag die Prüfung dieser Option. Bild: jr
Politik
Konnersreuth
13.09.2016
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Für Diskussionen dürfte ein Antrag der Konnersreuther SPD sorgen: Die Fraktion fordert in der Marktratssitzung am Donnerstag, 15. September, eine Prüfung, ob die Nutzung des denkmalgeschützten Schafferhof-Anwesens als Unterkunft für Flüchtlinge möglich wäre.

Die beiden SPD-Markträte Edgar Wenisch und Wolfgang Pötzl nennen als Hintergrund die Marktratssitzung vom Juni. Dabei hatte Bürgermeister Max Bindl über den aktuellen Stand bei der Städtebauförderung informiert. Demnach können Gemeinden bei der Sanierung leerstehender Gebäude im Ortskern Fördersätze von bis zu 90 Prozent in Anspruch nehmen, wenn auf diese Weise Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge geschaffen wird.

Weil der Schafferhof nicht wie von der Bürgerinitiative gewünscht abgerissen werden könne, sollte nun diese Option geprüft werden. Laut SPD ergäben sich viele Vorteile. "Zum einen könnte eine seit langem diskutierte und unrentable Immobilie mit einem sehr attraktiven Fördersatz und somit einem relativ geringen Eigenanteil des Marktes und damit einer geringen Belastung der Konnersreuther Steuerzahler saniert werden." Durch Mietzahlungen würden später auch die Unterhaltskosten des Anwesens gedeckt. Auf NT-Nachfrage erklärte Edgar Wenisch, dass für das geplante Resl-Dokumentationszentrum im Schafferhof noch genügend Platz vorhanden wäre.

Weiter weist die SPD darauf hin, dass der Markt durch die Aufnahme anerkannter Flüchtlinge seiner kommunalen, aber auch seiner moralischen Verpflichtung nachkommen könne, Menschen Schutz zu bieten, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind. Zudem könne der Zuzug neuer Einwohner dem demografischen Wandel entgegen wirken. So würde die Kaufkraft im Gemeindegebiet gestärkt, was sich wiederum positiv auf örtliche Geschäfte und Dienstleister auswirken würde.

Die SPD fordert, dass die Marktgemeinde mit dem neuen Sachgebietsleiter "Städtebau" der Regierung der Oberpfalz Gespräche aufnimmt. Hierbei sollen die Rahmenbedingungen für Sanierung und staatliche Förderung abgefragt und aktenkundig gemacht werden. Bei der möglichen Zahl künftiger Bewohner wollte sich Edgar Wenisch nicht festlegen. Dies müsse die Gemeinde entscheiden.

Eine Sanierung hatte die SPD-Fraktion bisher immer wieder abgelehnt. Die Mehrheit aus Freien Wählern und CSU hatte sich wiederholt dafür ausgesprochen, den Schafferhof für maximal drei Millionen Euro zu sanieren und mit einem Dokumentationszentrum auszustatten, wobei der Eigenanteil bei rund 600 000 Euro liegen würde. Die öffentliche Sitzung im Rathaussaal beginnt am Donnerstag um 19 Uhr.
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Rudi Tragl aus Konnersreuth | 19.09.2016 | 14:06  
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