Dr. Franz Alt bei der Konnersreuther CSU
Es gibt kein Energieproblem

Dr. Franz Alt (rechts) im Gespräch mit dem Hausoberen von Fockenfeld, Bruder Markus Adelt. Bild: jr
Politik
Konnersreuth
31.10.2016
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Hervorragend besucht war der Vortrag von Dr. Franz Alt im Festsaal von Schloss Fockenfeld anlässlich der 70-Jahr-Feier der CSU Konnersreuth. Bild: jr

Die Konnersreuther CSU feierte das 70-jährige Bestehen anders als sonst üblich. Zum Festabend war Dr. Franz Alt eingeladen, einer der schärfsten Kritiker der Atompolitik.

Fockenfeld. CSU-Ortsvorsitzender Philipp Schwan erinnerte in seiner Begrüßung im Festsaal von Schloss Fockenfeld an die Gründung des Ortsverbands am 5. Januar 1946. CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Malzer nannte es eine besondere Freude, das Jubiläum mit Dr. Franz Alt feiern zu können. Der Gast würdigte die Leistung der Christdemokraten beim Aufbau Deutschlands. "Wir haben damals zwölf Millionen Flüchtlinge aufgenommen und später acht Millionen Gastarbeiter integriert. Da werden wir doch diese eine Million Flüchtlinge jetzt auch schaffen. Deutschland ist von Flüchtlingen geprägt". Es würden noch mehr kommen, auch Klima-Flüchtlinge, "... wenn wir den Klimawandel nicht stoppen". Als Anfang des Klimawandels bezeichnete Alt die Gletscherschmelze.

Wichtigste Energiequelle sei die Sonne. "Die Sonne schickt uns jede Sekunde 15 000 mal mehr Energie, als wir Menschen brauchen. Dies müssen wir nutzbar machen, die Technik dazu haben wir". Für Experten und Fachleute, die nur auf das Alte und Bewährte vertrauten, hatte Alt kein Verständnis. "Es gibt kein Energieproblem auf der Welt." Energiequellen müssten nur richtig eingesetzt werden. Dabei bekamen auch die deutschen Autobauer ihr Fett weg: Die Stadt Bruchsal habe 48 Elektroautos gekauft. "Aber von keiner deutschen Firma, weil sie dazu nicht in der Lage waren." Ein französischer Hersteller habe geliefert.

Bis 2050 autark


"Wir könnten schon viel weiter sein, wenn wir nur wollten", sagte Alt über die Energiewende und berichtete von regelmäßigen Besuchen in der Arktis, wo seit vergangenem Jahr Eisflächen von der Größe sechsmal Deutschlands verloren gingen. "In der Arktis ist der Klimawandel am besten festzumachen". Mit Hilfe der Sonne könnte aber noch das Schlimmste abgewendet werden. "Wir müssen heute anders bauen, unsere Häuser nach Süden ausrichten, besser dämmen und die Möglichkeiten nützen, die uns die Sonne bietet. Da durch lasse sich bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Bis zum Jahr 2050 könne sich Deutschland komplett mit erneuerbaren Energien versorgen. "Dies ist machbar." 90 Prozent der Deutschen wollten die die Energiewende. Deutschland müsse weltweiter Vorreiter werden. "Alle anderen ziehen dann nach."

Zwei Vögel


"Ich bin überzeugt, für die Atomkraft gibt es keine Renaissance, die Menschen lassen das nicht mehr zu". Kurz schnitt Alt noch die Windenergie an, "... wenn durch ein Windrad im Jahr zwei Vögel sterben. Meine Katze frisst im Jahr sicher mehr als zwei Vögel". Wichtig nannte er in diesem Zusammenhang den Mix aus erneuerbaren Energien. "Energie brauchen alle Menschen und nicht nur für jedermanns Habgier, wie bei der Atomindustrie".

Erdkabel vernünftig


Bei der Diskussion nannte Dr. Alt die Erdverkabelung der Gleichstromtrasse, wie sie aktuell in der Diskussion ist, vernünftig. "Diese Trasse wird kommen". Hart ging er mit den Sozialdemokraten ins Gericht, die sich endlich von der Kohle-Gewinnung lossagen müsse. Wirtschaftsminister Gabriel und Ministerpräsidenten Hannelore Kraft ("Frau Kohlekraft") müssten endlich die Zeichen der Zeit erkennen.
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