Einstimmig für interkommunales Gewerbegebiet
Kirchturmdenken hinten anstellen

Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz stellte im Konnersreuther Marktrat die Vorzüge eines interkommunalen Gewerbegebietes heraus. Bild: jr
Politik
Konnersreuth
08.02.2016
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Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz rührte im Konnersreuther Marktrat kräftig die Werbetrommel. Am Ende stimmte das Gremium für einen Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft "Interkommunales Gewerbegebiet."

Toni Dutz erklärte eingangs, dass sich das von mehreren Landkreiskommunen getragene Gebiet bei Wiesau auf einer Gesamtfläche von knapp 370 000 Quadratmetern erstrecken soll - genug Platz für ansiedlungswillige Unternehmen. "Wenn bei uns Großinvestoren bauen wollen, haben wir derzeit nichts Vergleichbares anzubieten." Der Wiesauer Bürgermeister und Bezirksrat erinnerte daran, dass weiterhin viele junge Leute aus der Region abwandern. "Sind sie erst mal weg, kommen sie auch kaum mehr zurück."

Nachdem sich die ursprüngliche Idee zur Schaffung eines gemeinsamen Gewerbegebietes an der A 93 zerschlagen habe, sei der Markt Wiesau auf die Suche nach geeigneten Flächen gegangen und im eigenen Gemeindebereich fündig geworden. "Bei dieser Fläche sind Autobahn- und Bahnanschluss ein großer Vorteil." Nun wolle man weitere Kommunen ins Boot holen. Eindringlich forderte Dutz, das Kirchturmdenken hinten anzustellen. "Es ist doch egal, wo das Gewerbegebiet ist. Hauptsache es ist in unserer Region und nicht in Regensburg oder anderswo."

Offen für Privatinvestoren


Knapp 200 000 Quadratmeter der Gesamtfläche befinden sich laut Dutz noch in Privatbesitz, 136 000 Quadratmeter gehören den Staatsforsten. Der Markt Wiesau verfüge über rund 32 500 Quadratmeter. Dutz betonte, dass der Freistaat interkommunale Gewerbegebiete großzügig unterstütze. Vehement forderte Dutz auch die Unterstützung des Landkreises ein. Die Erschließung sehe er nicht als problematisch an. "Je mehr Kommunen sich beteiligen, desto größer ist das Gewicht bei den Verhandlungen mit dem Forst, der Bahn und dem Freistaat", ergänzte Thomas Weiß, Geschäftsleiter im Wiesauer Rathaus. Auch private Investoren könnten sich einbringen.

Bürgermeister Max Bindl und alle Fraktionen bewerteten das Vorhaben positiv. Edgar Wenisch (SPD) erinnerte daran, dass er ein interkommunales Gewerbegebiet schon 2008 gefordert habe. "Sie rennen damit bei mir offene Türen ein", versicherte Wenisch. Bauchschmerzen bereitete ihm zwar die Tatsache, dass für das Gewerbegebiet so viel Wald gerodet werden müsste. "Doch für die Zukunft unseres Landkreises ist es eine große Sache." Einstimmig sprach sich der Marktrat für einen Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft aus.
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