Klarheit erst im Frühjahr

Politik
Konnersreuth
14.10.2016
30
0

Während sich in Mitterteich bereits deutlicher Widerstand gegen die möglichen Gleichstrom-Erdkabel-Trassen formiert hat (wir berichteten), herrscht in Konnersreuth noch Gelassenheit. Keinen Handlungsbedarf sieht die Marktratsmehrheit aktuell auch beim Thema Windkraft.

"Alle Trassen sind noch offen, es gibt erst einen Entwurf", erklärte 2. Bürgermeister Reinhard Wurm (Freie Wähler) in der jüngsten Marktratssitzung. Dabei berichtete er von einer Infoveranstaltung der Firma Tennet für die Kommunen auf der Burg Falkenberg. Erst im Frühjahr 2017 soll die Trassenführung festgelegt werden - erst dann gebe es Klarheit, ob die Gemeinde betroffen sein werde. Die wäre beim Bau der Ost-Tangente der Fall.

Höhere Temperatur


Wurm betonte, dass es jedenfalls keine "Monstertrassen" geben werde, alle Leitungen sollen unterirdisch verlegt werden, circa 1,5 bis 2 Meter tief. Zu befürchten sei auf den darüberliegenden Flächen ein Temperaturanstieg von bis zu zwei Grad. Keinesfalls dürfen im Bereich der Trasse stark wurzelnde Bäume gepflanzt werden. Pflanzenfrüchte oder auch Christbäume wären möglich.

Wurm sagte weiter, dass auf Konnersreuther Gebiet ein möglicher paralleler Verlauf mit dem Ostbayernring möglich sei. In diesem Fall werde ein gleichzeitiger Ausbau angestrebt. Die Grundstücksverhandlungen plane Tennet in den Jahren 2020 und 2021. Nähere Informationen will Tennet am 28. Oktober ab 15 Uhr in der Aula der Mitterteicher Grundschule mitteilen. Dort können Bürger auch ihre Bedenken vorbringen.

Enorme Kostensteigerung


Edgar Wenisch (SPD) kritisierte die Steigerung der Kosten. Standen zunächst 1,2 Milliarden Euro im Raum, so könnten es jetzt bis zu 12 Milliarden werden. Wenisch konnte sich durchaus einen oberirdischen Ausbau vorstellen, um Kosten zu sparen. Abschließend lud er zur nächsten Energiekonferenz am 30. November ab 19.30 Uhr in den Schiml-Saal ein. Anwesend sein werden dabei auch Vertreterinnen von Tennet, die die möglichen Trassen näher vorstellen und Fragen beantworten.

Ein weiteres Thema in der Sitzung war die 22. Änderung des Regionalplans Oberpfalz Nord. Bürgermeister Max Bindl berichtete von einem Vorranggebiet mit insgesamt 224 Hektar, das teils auf Konnersreuther und teils auf Pechbrunner Gebiet liegt. Mögliche Windräder müssten aber mindestens 190 bis 200 Meter hoch sein, um wirtschaftlich betrieben werden zu können, so Bindl. Dies bedeute aufgrund der 10H-Regelung aber einen Mindestabstand zu Wohnbaugebieten von 1900 bis 2000 Meter. Dieser könne aber nicht eingehalten werden, weshalb Anlagen nicht ohne Zustimmung der Gemeinde errichtet werden könnten.

"Ich sehe keinen Bedarf, in dieser Sache aktiv zu werden", betonte Bürgermeister Bindl. Die ablehnende Haltung der Konnersreuther solle in einer gemeindlichen Stellungnahme mitgeteilt werden. Reinhard Wurm verwies ebenfalls auf die 10H-Regelung, Andreas Malzer (CSU) forderte gemeinsame Gespräche mit den betroffenen Kommunen und mahnte Einigkeit an. "Wichtig ist, dass wir entscheiden können, was möglich ist und was nicht."

Edgar Wenisch (SPD) bemerkte dazu süffisant: "Ach, plötzlich interessiert der Bürgerwille wieder?" Die Energiegesellschaft "Welt" habe lange geplant, wofür die Gemeinde 46 000 Euro bezahlt habe. "Vor zwei Jahren ließen sich die Bürgermeister Max Bindl und Roland Grillmeier da droben noch fotografieren und haben dieses Vorranggebiet für Windkraft favorisiert. Dazu gab es auch einen positiven Marktratsbeschluss." Wenisch forderte die anderen Fraktionen auf, in Sachen Windkraft ehrlich zu sein und nicht "irgendwelche Gründe" für die ablehnende Haltung vorzuschieben.

Bürgermeister Bindl konterte: "In den vergangenen zwei Jahren hat sich viel verändert. Damals gab es noch keine 10H-Regelung. Das darf nicht vergessen werden." Edgar Wenisch ließ das nicht gelten: "Wenn wir wollten, dann könnten wir auch." Bindl bestätigte dies, Reinhard Wurm bekräftigte noch einmal, dass mögliche Windräder dort sehr hoch sein müssten, um wirtschaftlich zu sein.

Homepage-Probleme


Abschließend fragte Andreas Malzer nach dem aktuellen Stand bei der Neugestaltung der gemeindlichen Homepage. Bürgermeister Max Bindl berichtete von Problemen, ohne aber näher darauf einzugehen. Er hoffte, dass die Seiten bis zum Jahresende online gehen können. "Wir sind dran", versicherte Bindl.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.