Kritisch und unangenehm

Ein neues Vorstandsgremium wählten die Konnersreuther Sozialdemokraten. Im Bild (von links) Markus Wenisch, Helga Mannl, Christian Zitterbart, Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl, Lothar Mannl, der neue Vorsitzende Wolfgang Pötzl, Johann Kreuzer, Anni Kreuzer, Gerald Härtl und Edgar Wenisch. Bild: jr
Politik
Konnersreuth
16.03.2016
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Neu formiert und deutlich verjüngt präsentiert sich die Konnersreuther SPD (wir berichteten). Wolfgang Pötzl ist Nachfolger des verstorbenen Siegfried Zitterbart, der posthum zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Unverändert scharf fielen bei der Jahresversammlung die Angriffe auf den politischen Gegner aus.

In seinem Jahresbericht wies Wolfgang Pötzl auf die aktuelle Mitgliederzahl von 19 Personen hin. "Das mag nicht nach besonders viel klingen, aber jede ist eine Persönlichkeit für sich." Pötzl betonte, dass Sozialdemokraten "offen und ehrlich für die richtige Sache kämpfen". Sitzungen anderer Parteien in Konnersreuth seien zeitlich begrenzt, was bei der SPD nicht der Fall sei.

Kurz blickte der neue Vorsitzende auf das gesellschaftliche Geschehen in den vergangenen Monaten zurück. Beteiligt hat sich der Ortsverein am Frühlingsmarkt, am Bürgerfest und am Ferienprogramm. Ein Höhepunkt sei die 6. Konnersreuther Energiekonferenz mit Informationen zum Ostbayernring gewesen. "In über 35 Jahren, seit es den Ortsverein gibt, haben wir immer eine solide und gute Politik gemacht. Wir können stolz auf uns sein", sagte Pötzl und zeigte sich zuversichtlich, dass die Sozialdemokraten in Konnersreuth auch in Zukunft kritisch und unangenehm bleiben werden, "auch wenn das nicht jedem passt".

"Große Koalition"


Marktrat Edgar Wenisch machte gleich zu Beginn seiner Rede deutlich, was er von den Machtverhältnissen im Rathaus hält: "Seit zwei Jahren gibt es in Konnersreuth eine Große Koalition. Dabei haben die Bürger der CSU, die seit dem Zweiten Weltkrieg stets 80 Prozent der Stimmen gewonnen hatte, jegliches Recht entzogen, die Gemeinde zu führen." Die Bürger hätten ein unübersehbares Zeichen gegen die CSU in Konnersreuth gesetzt - das habe die Freien Wähler aber nicht gehindert, die CSU durch die Hintertür doch wieder mächtig zu machen. "Der Wählerwille scheint den Freien Wählern völlig gleichgültig zu sein", so Wenisch.

Nicht fehlen durfte das Thema Schafferhof. Wenisch stellte zum wiederholten Mal heraus, dass zwei Drittel der Wähler beim Bürgerentscheid das Drama um dieses "Luftschloss" hätten beenden wollen. "Die Bürger gaben grünes Licht für den Abriss und den Neubau eines Dokumentationszentrums. Bürgermeister Max Bindl ignoriert diesen Wählerwillen und folgt vielmehr den 27 Prozent, die in der Sanierung des Schafferhofs die Erfüllung ihrer Träume sehen."

Heftig kritisierte Wenisch die Erhöhung der Grundsteuern. "Aber wir brauchen uns da keine grauen Haare wachsen zu lassen. Der Fraktionsvorsitzende der CSU hat diese Erhöhung ja bürgerfreundlich genannt", bemerkte Wenisch süffisant. Auch eine Erhöhung der Kindergartengebühren sei durchgedrückt worden. "Damit werden jungen Familien 8500 Euro aus den Taschen gezogen." Diese Entscheidung sei mit dem Einverständnis des CSU-Ortsvorsitzenden und Kindergarten-Elternbeiratsvorsitzenden gefallen. All diese Gebührenerhöhungen hätten laut Wenisch nur das Ziel, die Schafferhof-Sanierung doch noch zu realisieren. Dass dann auch noch das Kommunalunternehmen von der "Großen Koalition an die Wand geklatscht" worden sei, passe in dieses Bild. Der auf Initiative der SPD erstellte Energienutzungsplan für 17 000 Euro verstaube derweil in der Schublade.

Engagierte Arbeit


Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl berichtete aus dem Kreistag und dankte den Konnersreuther Genossen, die vor Ort engagierte und gute Arbeit leisteten. Bienlein-Holl forderte mehr Zusammenhalt der Stiftländer SPDler, die im Kreistag nur noch zu dritt seien, während der Raum Kemnath/Erbendorf gleich mit acht Leuten vertreten sei.

Der neue SPD-VorstandWolfgang Pötzl wurde zum neuen Vorsitzenden der Konnersreuther SPD gewählt. Stellvertreter ist Markus Wenisch, neue Schriftführerin ist Lara Gradl. Kassiererin bleibt Anni Kreuzer, Organisationsleiter ist Edgar Wenisch. Beisitzer sind Gerald Härtl, Johann Kreuzer, Helga Mannl, Pamela Zitterbart, Lothar Mannl und Christian Zitterbart. Kassenrevisoren bleiben Jürgen Lindner und Tobias Proksch. (jr)
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