Seitenhiebe zum Jahresabschluss

Politik
Konnersreuth
20.12.2015
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Viel Versöhnliches war in der Jahresabschlusssitzung des Konnersreuther Marktrates zu hören - doch ganz ohne Spitzen ging es offenbar nicht. Und das, obwohl Bürgermeister Max Bindl die Fraktionssprecher vorab aufgefordert hatte, politische Gesichtspunkte in den Hintergrund treten zu lassen.

Bürgermeister Max Bindl erinnerte zunächst an die wichtigsten Ereignisse des Jahres. Besonders freute er sich, dass demnächst die "schnelle Datenautobahn" kommt. Ein herausragendes Projekt sei der Wald- und Besinnungspfad "Resl von Konnersreuth". Einer der Höhepunkte des Jahres sei das 17. Bürgerfest gewesen. Nur dank der vielen ehrenamtlichen Engagierten sei ein funktionierendes Gemeinwesen überhaupt möglich, so Bindl. Als beispielgebend bezeichnete er den Burschenverein, dessen Theaterprojekt mit der Lebenshilfe heuer mit dem Inklusionspreis des Bezirks gewürdigt wurde. Im kommenden Jahr gebe es nicht weniger als zehn Jubiläen zu feiern, unter anderem der 300. Todestag von Pater Liberat Weiß, das 125-Jährige der Feuerwehr Konnersreuth, das 120-Jährige der Feuerwehr Höflas und das 110-Jährige des TSV.

Reinhard Wurm (Freie Wähler) betonte, "dass alles, was in Konnersreuth passiert, in unseren Händen liegt". Man müsse versuchen, das Beste für die Gemeinde zu erreichen. Ziel müsse es sein, Konnersreuth nach vorne zu bringen. "Wir können aber nur Ziele in Angriff nehmen, die auch realistisch umgesetzt werden können. Streitereien und Querelen sind da nur hinderlich."

Bekenntnis gefordert


"Endlich konnten wir bezüglich des Breitbandausbaus auch mal punkten", sagte Andreas Malzer (CSU). Mahnend verwies er auf die Schulden der Gemeinde - rund 40 Prozent hätten einzig und allein mit dem Schafferhof zu tun. Bislang habe die Gemeinde für den Schafferhof rund 600 000 Euro ausgegeben. "Weil jetzt ein Abriss nicht möglich ist, müssen wir unsere Energie in 2016 für die Sanierung dieser Immobilie einsetzen." Zeit werde es, so Malzer, dass sich der Bürgermeister ganz offen zum Schafferhof bekennt.

"Geld für Träume"


Ins Visier nahm Malzer auch das Kommunalunternehmen (KUK) - ohne dabei dessen Vorsitzenden, Marktrat Edgar Wenisch, zu erwähnen. "Ich sehe hier seit Jahren Stillstand. Die paar Quadratmeter Photovoltaikanlagen zu verwalten, ist sicher keine große Herausforderung", bemerkte Malzer. Umso verwunderter sei er deshalb über so manche Diskussion über mögliche Einsparungen bei den Feuerwehren - denn hier werde Geld für aktive Arbeit ausgegeben. "Beim KUK wird Geld für Träume ausgegeben."

"Ich will mich heute in die Reihen der Braven einfügen", sagte SPD-Sprecher Edgar Wenisch zu der im Einladungsschreiben geäußerten Bitte um Zurückhaltung. Kurz ging Wenisch auf die aktuelle Weltpolitik ein und erinnerte an die derzeit rund 60 Millionen Menschen, die auf der Flucht seien. "Noch marschieren Menschen friedlich nach Europa, das wird sich aber spätestens dann ändern, wenn ganze Völker keine Perspektiven mehr sehen oder kein Wasser mehr haben." Und dabei handele es sich nicht um eine Utopie. Wenisch forderte Hilfe für diese Menschen - vor diesem Hintergrund relativierten sich die Probleme, die im Marktrat diskutiert werden.

"Luftschloss Schafferhof"


Ausdrücklich begrüßte Wenisch die Schaffung des Besinnungsweges. "Da kann auch schon mal vergessen werden, von wem die Idee und der Vorschlag zur Finanzierung gekommen ist", merkte er kritisch an. Schließlich wurde Wenisch doch noch kämpferisch. "Der Interessengemeinschaft ,Gegen den Bürgerwillen', sprich Freie Wähler und CSU, welche gemeinsam das Luftschloss Schafferhof verwirklichen wollen, kündige ich ein heißes 2016 an." Einen Seitenhieb gab es auch für die Energiegesellschaft "Welt", an der sich die Marktgemeinde mit rund 30 000 Euro beteiligt hat: "Es wird höchste Zeit, dieses Lügenkartenhaus zum Einsturz zu bringen." Auf die Kritik am KUK ging Wenisch nicht ein.
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