Besuch nur mit Taschentuch

Eingebettet in die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Kinderhauses Konnersreuth erhält das neue Klettergerüst am kommenden Sonntag den kirchlichen Segen. Bild: jr
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Konnersreuth
17.06.2016
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50-jähriges Bestehen feiert am Sonntag, 19. Juni, das Konnersreuther Kinderhaus "Mutter vom guten Rat". Dazu stehen ein Gottesdienst und ein Tag der offenen Tür auf dem Programm. Ein Blick zurück zeigt, wie viel sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert hat.

Im Herbst 1966 nahm der Kindergarten den Betrieb auf. Den Segen erteilte BGR Josef Schuhmann. Die damalige Oberin des Klosters Theresianum, Schwester Antonie, freute sich über die gelungene Bauausführung. Nach den Plänen des Marktredwitzer Architekten Wolfgang Gerlach war ein Flachbau entstanden, der nach Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen heute nicht wiederzuerkennen ist.

Aufgenommen wurden in der von Schwester Irmengard geleiteten Einrichtung alle Kinder zwischen vier und sechs Jahren. Im damaligen Eltern-Merkblatt stand geschrieben, dass die altersgemäße Lebensaufgabe eines Kleinkindes aus Spiel und Beschäftigung bestehe. Dies sei notwendig, damit das Kind "an Leib und Seele gesund bleiben kann". Auf dem Fundament eines "voll ausgelebten Spielalters" werde leichter die Schulreife erlangt, wie es weiter hieß.

"Ordentlich gekämmt"


Damals war der Kindergarten werktäglich von 8 bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Ein zu langer Aufenthalt im Kindergarten wurde nicht begrüßt: "Das Kind werde dadurch überfordert", so die Verantwortlichen in einem Schreiben. Großes Thema war auch die Sauberkeit. Wörtlich hieß es im Merkblatt: "Im Interesse der Sauberkeits- und Ordnungserziehung werden die Eltern gebeten, die Kinder sauber zu waschen, ordentlich gekämmt und reinlich gekleidet, mit einem gezeichneten Taschentuch versehen, zu schicken." Betont wurde ferner: "Der Kindergarten will nur Erziehungshilfe geben und Sie, liebe Eltern, nicht von Ihrer Erziehungspflicht entheben. Gemeinsam wollen wir Ihrem Kind den Grund zu einer in sich gefestigten Persönlichkeit legen, die fähig und bereit zur Liebe ist." Als Aufgabe habe es der Kindergarten auch angesehen, "in einer Atmosphäre der Liebe und des Vertrauens die kindlichen von Gott geschenkten Kräfte zu pflegen und durch Erziehung zu Selbsttätigkeit und Selbständigkeit zu fördern".

Geleitet wurde der Kindergarten im Lauf der Jahre auch von Schwester Imelda und Brigitte Köstler, aktuell liegt die Verantwortung bei Imke Steinert. 2007 hat die Marktgemeinde die Trägerschaft übernommen, seit 2012 gibt es auch eine Kinderkrippe. Ein Geschenk zum Jubiläum hat sich der Kindergarten mit einem neuen Klettergerüst selbst gemacht. Finanziert wurde es mit Hilfe von Spenden und der Unterstützung der Marktgemeinde Konnersreuth.

Los gehen die Feierlichkeiten am Sonntag um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst mit Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr in der Pfarrkirche. Im Anschluss folgt ein Festzug mit der Jugendblaskapelle und den Vereinen zum Kinderhaus. Dort steht ein kurzer Festakt mit Grußworten an, wobei das neue Klettergerüst auch den kirchlichen Segen erhält. Danach gibt es ein Mittagessen, ab 13.30 Uhr lädt das Kinderhaus zum Tag der offenen Tür ein. Bei einer großen Tombolaverlosung gibt es einiges zu gewinnen. Unterstützt wird die Kinderhausleitung bei der Durchführung des Festes vom Elternbeirat. Sie alle hoffen auf viele Besucher.
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