"Blaues Wunder" in Neudorf

Besuchergruppen der Freien Wähler Konnersreuth und des Kreisverbands der Frauen-Union informierten sich kürzlich über die Kulturheidelbeerplantage der Familien Häckl in Neudorf. Bild: hfz
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Konnersreuth
24.08.2016
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Sie sollen bei Darmstörungen und Blasenentzündungen helfen, Konzentrationsfähigkeit und Sehkraft stärken sowie das Altern verzögern - und sogar über Erfolge beim Kampf gegen Alzheimer wird berichtet. Die Rede ist von Heidelbeeren, die in Neudorf auf einer Plantage wachsen.

Die Familien Alois und Leo Häckl betreiben seit 1999 eine Kulturheidelbeerplantage, die sie stetig ausgebaut haben. Im Laufe der vergangenen Jahre habe sich dadurch ein weiteres Standbein neben der Landwirtschaft entwickelt. Besuchergruppen der Freien Wähler Konnersreuth und des Kreisverbands der Frauen-Union informierten sich kürzlich an verschiedenen Tagen über den Betrieb.

Intensive Pflege


Alois Häckl erläuterte jeweils die Entstehungsgeschichte der Plantage und machte deutlich, dass das Züchten von Heidelbeeren nicht einfach sei. Entscheidend für den Erfolg seien die Bodenbeschaffenheit, eine optimale Bewässerung, intensive Pflegemaßnahmen auf biologischer Basis, die richtige Temperatur sowie der Schutz vor Parasiten. "Es ist ein enormer Aufwand, bis man letztendlich zur Ernte schreiten kann", so Häckl.

Angebaut werden vor Ort drei verschiedene Sorten. Sie alle schmeckten nicht nur gut, sondern steckten auch voller wertvoller Inhaltsstoffe mit entsprechenden Auswirkungen auf die Gesundheit. Letzteres hätten bereits viele Studien bewiesen. Nicht ohne Grund werde die Heidelbeere als "blaues Wunder" bezeichnet.

Wie Alois Häckl erklärte, stammen Kulturheidelbeeren nicht von der heimischen Heidelbeere ab. Es handele sich um in Europa weiterentwickelte Kreuzungen von Blaubeeren aus Nordamerika und Neuseeland. Mit den bekannten Schwarzbeeren in den heimischen Wäldern seien diese Früchte nur entfernt verwandt.

Die Blüten der Kulturheidelbeeren öffnen sich je nach Sorte ab Anfang Mai und werden von Insekten bestäubt. Während sich die reife Frucht in strahlendem Blau zeigt, sind unreife Früchte gelb-grün. Die Wurzeln der Sträucher breiten sich laut Häckl eher flach im Boden aus. Daher sollte man ein nicht allzu tiefes Pflanzloch mit großem Durchmesser ausheben. Obwohl Heidelbeeren sehr genügsam seien, sollte eine Handvoll Hornspäne unter den nährstoffarmen Humus gemischt werden, damit die Pflanzen zum Wachsen etwas Stickstoff zur Verfügung haben.

Günstige Bedingungen


Eine große Bedeutung komme der Bewässerung zu. Nicht nur nach dem Pflanzen, sondern auch in den folgenden Jahren sei darauf zu achten, dass der Boden spätestens ab der Blütezeit gleichmäßig feucht bleibt. Anderenfalls blieben die Beeren klein und fielen vorzeitig ab. Wie Alois Häckl weiter ausführte, seien die klimatischen Bedingungen in Nordbayern gut geeignet, um saftig-süße Heidelbeeren zu züchten.

Die Heidelbeeren sind mit einem pudrigen Belag überzogen, der sie vor Witterungseinflüssen schütze und auch lagerfähig mache, so Häckl. Die dunkle Farbe befinde sich vor allem in der Haut, das Fleisch sei weitgehend hell. Dadurch verfärbten sich auch die Zähne nicht. Ernten könne man von Juni bis September.

Alois Häckl informierte darüber, dass die Heidelbeeren an eine örtliche Bäckerei geliefert werden, aber auch der Verkauf ab Hof recht beliebt sei. Bemerkenswert sei der große Anteil an Kunden aus dem oberfränkischen Raum. Natürlich könnten die Früchte auch zu Brotaufstrichen, Wein und Likör verarbeitet werden.

Die Besuchergruppen zeigten sich jeweils erstaunt von der Größe der Flächen, lobten den Unternehmergeist und waren bei Verkostungen angetan vom Geschmack der Früchte und der daraus hergestellten Erzeugnisse. Freie-Wähler-Ortsvorsitzender Max Bindl und Frauen-Union-Ortsvorsitzende Christa Wölfl bedankten sich am Ende der jeweiligen Führungen mit Geschenken.
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