Das ganze Bistum sagt Danke

Musikalisch bereichert wurde der Festgottesdienst von Stefan Menz, Wolfgang Eckert, Pater Marinus Parzinger (von links) und Werner Zuber, allesamt ehemalige Fockenfelder. Bilder: jr (4)
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Konnersreuth
20.09.2016
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"Ihnen ist es hauptsächlich mit zu verdanken, dass unser Bistum mit Priestern so gut aufgestellt ist." Zitat: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Gleich nach dem 12. Großen Resl-Gebetstag folgte ein weiterer Festtag in der Marktgemeinde: Ganz im Zeichen des Jubiläums "70 Jahre Spätberufenenschule" stand der Sonntag in Fockenfeld. Den Mittelpunkt bildete ein Gottesdienst mit Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Fockenfeld. "Wir und das ganze Bistum Regensburg sind Ihnen dankbar. Ich danke meinen Vorgängern, dass sie schon früh die Weichen für Fockenfeld gestellt haben. Ihnen ist es hauptsächlich mit zu verdanken, dass unser Bistum mit Priestern so gut aufgestellt ist. Da sind wir Spitze in ganz Deutschland", sagte der Diözesanbischof in seiner Predigt.

Welche Wertschätzung die Diözese Bayerns kleinstem Gymnasium entgegenbringt, zeigte die Tatsache, dass neben Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auch Weihbischof Reinhard Pappenberger - selbst ein ehemaliger Fockenfelder - das Pontifikalamt mitzelebrierte. Mit dabei waren 14 weitere Geistliche, unter ihnen Provinzial Pater Thomas Vanek aus Wien, Dekan Thomas Vogl, Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr sowie die Fockenfelder "Urgesteine" Pater Maximilian Hofinger und Pater Georg Grois. Die musikalische Gestaltung des circa 100-minütigen Gottesdienstes übernahmen die ehemaligen Schüler Pater Marinus Parzinger (München), Stefan Merz (Schweinfurt), Domspatz Wolfgang Eckert (Regensburg) und Organist Werner Zuber (Augsburg).

Alle Sitzplätze belegt


In die Hauskapelle waren so viele Gläubige gekommen wie schon lange nicht mehr. Viele fanden keinen Sitzplatz mehr und verfolgten den Gottesdienst stehend. Der geplante Kirchenzug mit den Konnersreuther Vereinen und der Jugendblaskapelle war wegen des Dauerregens aber abgesagt worden. Hausoberer Bruder Markus Adelt hieß die Geistlichen, die ehemaligen Fockenfelder und viele Besucher aus der ganzen Region willkommen - allen voran Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. "Ich bin der Einladung gerne gefolgt", betonte dieser. "Ich danke dem Haus Fockenfeld für die Unterstützung in den vergangenen sieben Jahrzehnten." Er würdigte auch die Mallersdorfer Schwestern, die immer für eine gute Atmosphäre im Haus sorgten.

Zu Beginn seiner Predigt machte der Bischof deutlich, dass für Gott alle Seelen wichtig seien. Gezeigt habe Gott dies in der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus. Der Bischof weiter: "Es gibt kein Priestertum außerhalb des Priestertums Christi. Die Priester sind es, die mit ihrem Wort uns Vergebung sagen können, dank ihrer erhaltenen Weihevollmacht." Und die Spätberufenenschule Fockenfeld sei es, die junge Männer zum Priestertum hinführe. Der Bischof erinnerte an Therese Neumann, ohne deren Zutun und Mitwirken es hier keine Spätberufenenschule geben würde. "Die Resl war es, die aus der heiligen Eucharistie und der Beziehung zu Gott gelebt hat. Sie wusste: Die Eucharistie ist ein Geschenk Gottes. Und dazu braucht es Priester." Heute könne man nur staunen über die Weitsicht der Resl, die schon in den 20er Jahren damit den Münchner Journalisten Fritz Gerlich überzeugt habe. Erneut wünschte sich der Bischof die Einleitung eines Seligsprechungsprozesses auch für Fritz Gerlich. "Die Resl und Fritz Gerlich gehören zusammen, so wie auch Fürst von Waldberg-Zeil zu Fockenfeld gehört. Ohne dessen finanzielle Unterstützung gäbe es die Schule hier nicht." Fockenfeld, so der Bischof, sei zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Bis zu 600 Priester seien daraus hervorgegangen. Aber es gebe auch "Weltpriester" - dazu zähle er ehemalige Fockenfelder, die heute etwa als Ärzte oder Politiker tätig sind oder andere verantwortungsvolle Berufe ergriffen haben.

Drei neue Priester


Das ganze Bistum Regensburg sagt heute Danke, wir sind dazu verpflichtet", erklärte Dr. Rudolf Voderholzer. Der Bischof bezeichnete das Priestertum als fundamental und dankte allen, die um Priesterberufe beten. Ein Dank galt auch den Fockenfelder Berufungswegen. "Wir wollen, dass Fockenfeld eine Zukunft hat. Jetzt kommen bald drei neue indische Priester. Sie werden Fockenfeld von innen her bereichern." Abschließend sagte der Bischof: "Ohne einer möglichen Seligsprechung der Resl vorgreifen zu wollen - sie und Fritz Gerlich blicken auf unsere Diözese und Fockenfeld. Und auch der heilige Josef steht ihnen bei." Mit einem feierlichen Te Deum endete das Pontifikalamt.

Ihnen ist es hauptsächlich mit zu verdanken, dass unser Bistum mit Priestern so gut aufgestellt ist.Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Zukunft der Schule: Partner gesucht

Fockenfeld. (jr) Unter den vielen Gästen, die zur 70-Jahrfeier der Spätberufenenschule angereist waren, zählte auch Pater Thomas Vanek aus Wien, Provinzial der Deutschsprachigen Provinz der Oblaten des heiligen Franz von Sales. Er ergriff am Ende des Festgottesdienstes das Wort: "Ich danke Ihnen für die Unterstützung und Wertschätzung, die wir heute von Ihnen erfahren haben." Hocherfreut zeigte er sich über das große Interesse am Jubiläum. "Wir wollen junge Menschen ermutigen, an die Zukunft zu glauben und laden zum Besuch unserer Schule ein", sagte er weiter. "Die Idee der Schule ist nach wie vor phänomenal. Aufgebaut auf christlichen Werten versuchen wir, die Zukunft der Schule zu sichern. Wir glauben weiter an diese Bildungsform. Wir Sales-Oblaten haben diese Schule gegründet und halten weiter zu ihr."

Pater Thomas Vanek räumte ein, dass die Situation mit derzeit nur 24 Schülern nicht einfach sei. Deshalb würden Partner gesucht, auch um finanzielle Ressourcen für den Erhaltung der Schule zu bilden. Ausdrücklich dankte er dem Bistum Regensburg für die gewährte Unterstützung. "Wir wünschen uns wieder wachsende Schülerzahlen", schloss Pater Thomas Vanek seine Rede. Jetzt im September wurden elf neue Schüler begrüßt.
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