Erdkabel in der Kritik

Vermischtes
Konnersreuth
23.09.2016
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Quer durch alle Fraktionen äußerten Konnersreuther Markträte Kritik an der geplanten Verlegung von Stromtrassen unter der Erde. Genannt wurden hohe Kosten und negative Folgen für die Landwirtschaft.

Einigkeit herrschte im Marktrat, dass eine offizielle Stellungnahme erst abgegeben wird, wenn die Trassenführung bekannt ist. Wichtig sei ein "bevölkerungsverträglicher Ausbau", so die Forderung des Gremiums. Edgar Wenisch (SPD) gab zu bedenken, dass Stromleitungen unter der Erde bis zu zehnmal mehr kosteten als Überlandleitungen. Seiner Meinung nach seien Erdkabel deshalb kein Allheilmittel. Uwe Rosner (CSU) warf ein, dass der Bauernverband Widerstand gegen eine umfassende unterirdische Trassenverlegung ankündigt habe. Rosner plädierte dafür, mit Einwendungen aber noch abzuwarten. Siegfried Schiml (Freie Wähler) befürchtete einen enormen Flächenverbrauch. "Diese Flächen gehen der Landwirtschaft verloren." Sein Fraktionskollege Reinhard Wurm ergänzte, dass für die neuen Leitungen eine Breite von mindestens 40 Metern nötig sei. Allerdings erinnerte er daran, dass auch Gasleitungen unter Feldern verliefen - also sei dies womöglich auch bei Stromleitungen möglich.

Verlauf abwarten


Bürgermeister Max Bindl forderte Edgar Wenisch auf, seine Stellungnahme schriftlich einzureichen, so dass sie für das Anhörungsverfahren berücksichtigt werden kann. Peter Andritzky (CSU) bat abschließend darum, doch erst einmal den möglichen Trassenverlauf abzuwarten, was auf allgemeine Zustimmung stieß.

Zur Kenntnis nahm der Marktrat die Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms Bayern (LEP). Wichtig sei, dass der Landkreis Tirschenreuth unverändert als "Raum mit besonderem Handlungsbedarf" gelte, wie es hieß.

Bürgermeister Bindl teilte mit, dass das Stadtplanungsbüro RSP Bayreuth mit der weiteren Durchführung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) beauftragt wurde. Dafür bezahlt die Marktgemeinde rund 56 000 Euro.

Weiter informierte der Bürgermeister, dass das Architekturbüro Plaß (Thiersheim) mit der Erarbeitung der knapp 5000 Euro teuren Machbarkeitsstudie für das abgespeckte Schafferhof-Sanierungskonzept beauftragt wurde. Wie mehrmals berichtet, dürfen die Gesamtkosten drei Millionen Euro nicht überschreiten. Wohnnutzungen seien dabei grundsätzlich nicht vorgesehen.

Grünes Licht für Zoiglstube


Vor einer Erweiterung steht das gastronomische Angebot in der Marktgemeinde. Einstimmig billigte der Marktrat einen Antrag von Martin Haberkorn, der ein ehemaliges Stallgebäude am Pfarrer-Naber-Platz in eine Zoiglstube umbauen will. Reinhard Wurm sprach von einer "gastronomischen Bereicherung".
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