Fast unerträgliche Strapazen

Weihbischof Dr. Josef Graf (Mitte) war am Donnerstag Hauptzelebrant und Prediger bei einem Festgottesdienst zum 300. Todestag von Pater Liberat Weiß. Mit am Altar standen (von links) Pfarrer Thomas Eckert und Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr sowie der frühere Konnersreuther Ortspfarrer Anton Vogl (rechts). Bild: jr
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Konnersreuth
05.03.2016
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Ein kurzes Konzert zu Ehren von Pater Liberat Weiß gab nach dem Festgottesdienst die Konnersreuther Jugendblaskapelle unter der Leitung von Armin Scharnagl. Bild: jr

"Pater Liberat Weiß gehört zu Konnersreuth, er verbindet uns mit Gott", betonte Weihbischof Dr. Josef Graf beim Festgottesdienst zum 300. Todestag des Missionars. Er forderte alle Gläubigen auf, ebenfalls Treue zu Christus und zur Kirche zu zeigen.

"Ich bin an diesem festlichen Tag gerne nach Konnersreuth gekommen, versicherte Dr. Graf, der zum ersten Mal in seiner neuen Funktion in der Pfarrgemeinde weilte. Eröffnet wurde das Pontifikalamt, das der Konnersreuther Kirchenchor unter Leitung von Matthias Schraml umrahmte, mit dem Einzug der Geistlichen. Zuvor hatten diese am Pater-Liberat-Weiß-Brunnen ein kurzes Gebet gesprochen.

Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr freute sich, dass auch der ehemalige Ortspfarrer Anton Vogl gekommen war. Dieser gehörte bei der Seligsprechung des Missionars im Jahr 1988 in Rom zur Konnersreuther Delegation und stand mit Papst Johannes Paul II. am Altar. Pater Benedikt erinnerte daran, dass der selige Pater Liberat Weiß in der Konnersreuther Kirche getauft wurde. "Er machte nie einen Hehl daraus, dass er aus Konnersreuth stammt." Mit dabei war am Donnerstag auch Pfarrer Thomas Eckert, ein gebürtiger Konnersreuther, der heute in St. Konrad in Regensburg wirkt.

Ehre für Konnersreuth


"Märtyrer aus Liebe zu Christus und zur Kirche" lautete der Titel der Predigt von Weihbischof Dr. Josef Graf. "Vielleicht sind heute noch weitere unter uns, die damals vor fast 28 Jahren in Rom mit dabei waren." Der Weihbischof nannte die Seligsprechung eine Ehre für Konnersreuth. Damals gab der amtierende Bischof Manfred Müller ein Hirtenwort heraus, das in der ganzen Diözese verlesen wurde. Gewürdigt wurde darin die Treue des Seligen zu Christus und zu seiner Kirche. Dr. Josef Graf zeigte sich sicher, dass die Grundlage für die Liebe zu Christus und zur Kirche in der familiären und heimatlichen Verwurzelung in Konnersreuth gelegt worden sei. Seine schulische Ausbildung erhielt Liberat Weiß bei den Zisterzienserpatres im Kloster Waldsassen. "Dort wurde bei ihm schon in jungen Jahren der Weg bereitet." Sein erster Weg führte Liberat Weiß zu den Franziskanern nach Österreich, wo er 1698 zum Priester geweiht wurde. Fünf Jahre später meldete er sich freiwillig für die Mission in Äthiopien. "Vor ihm stand ein äußerst harter und fordernder Weg der Christusnachfolge. Fast unerträgliche Strapazen warteten auf ihn." Pater Liberat Weiß und seine beide italienischen Gefährten sollten am Ziel schließlich dem katholischen Glauben abschwören, doch dazu waren sie nicht bereit. So kam es, dass sie am 3. März 1716 auf grausame Weise durch Steinigung den Tod fanden.

Zeugnis der Liebe


Der Weihbischof sah in Pater Liberat Weiß ein Zeugnis für unverbrüchliche Treue zu Christus und zur Kirche. "Es war ein Zeugnis der Liebe und der Barmherzigkeit, das Jahrhunderte überdauert hat." Pater Libert Weiß, auch "Stefanus von Konnersreuth" genannt, könne ein Beispiel für alle Gläubigen sein. "Zeigen auch wir unsere Treue zu Christus und seiner Kirche", sagte Weihbischof Dr. Josef Graf abschließend.

Nach dem Festgottesdienst gab die Konnersreuther Jugendblaskapelle ein kurzes Konzert, wobei Pater Benedikt Leitmayr verbindende Texte zu Pater Liberat Weiß sprach.
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