Generalvikar Michael Fuchs bei Resl-Gebetstag
Kämpferin für Gerechtigkeit

Vermischtes
Konnersreuth
21.01.2016
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Ganz in die Nähe seiner ehemaligen Wirkungsstätte kam der Generalvikar der Diözese Regensburg. Der frühere Waldsassener Stadtpfarrer teilte ein Anliegen mit vielen Gläubigen: Therese Neumann soll bald seliggesprochen werden.

Mit einem alten Bekannten startete die Reihe der Resl-Gebetstage im neuen Jahr. Der ehemalige Tirschenreuther Dekan Michael Fuchs führte ihn an. "Die Resl ist in ihrem Glauben den Weg mitgegangen, den auch der Herr gegangen ist, den Weg des Leidens und der Treue bis zum Tod", betonte der Generalvikar. Musikalisch umrahmte den Gottesdienst die vierköpfige Choralschola der Basilika Waldsassen unter Leitung von Helmut Manske.

"Gott will uns wärmen"


Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr hieß Michael Fuchs als treuen Verehrer der Resl willkommen. Seit dem Start des Seligsprechungsprozesses im Februar 2005 war er schon mindestens zehn Mal in offizieller Mission in Konnersreuth. Mit am Alter stand Pfarrer Benedikt Voss vom Kloster Theresianum. Auch zahlreiche Schwestern der Klöster Konnersreuth, Fockenfeld und Waldsassen, einheimische Gläubige und auswärtige Pilger feierten den Gottesdienst mit.

Er sei gerne an diesem kalten Wintertag nach Konnersreuth gekommen, begrüßte der Generalvikar die Gläubigen. "Gott ruft uns, weil er uns wärmen will in der Kälte. Gott war das Licht auf dem Weg der Resl, lassen auch wir unseren Weg erleuchten", bat Fuchs um die Teilnahme an der Feier der heiligen Eucharistie. Seine Predigt widmete er eingangs der Weltpolitik und der Suche nach Frieden. "Viele meinten, man bräuchte nur die eigenen Waffen vernichten und die Soldaten und Polizisten in ordentliche Arbeit bringen, dann käme der Frieden von selber." Michael Fuchs zitierte eine Frau: "Wenn Krieg in meiner Ehe ist, muss ich einfach nachgeben, dann ist wieder Friede."

"Konnersreuther Kreis"


Der Generalvikar erinnerte an die Gruppe katholischer Christen, die es vor und während des Zweiten Weltkriegs umtrieb, wie Gerechtigkeit und Frieden geschaffen werden können. Stellvertretend dafür nannte er den "Konnersreuther Kreis" mit Therese Neumann und Fritz Gerlich.

Enge Beziehung zu Jesus


"Echter Friede und echte Gerechtigkeit kommen von oben. Und damit meine ich nicht die Luftwaffe und auch nicht einen weltlichen Führer. Es ist die Gerechtigkeit Gottes, um die wir bitten. Diese Gerechtigkeit ist größer als unsere menschlichen Berechnungen. Von ihm kommt die Gerechtigkeit, die in den Frieden der Menschen mündet", war Fuchs überzeugt. Kurz betrachtete er das Leben und Leiden der Therese Neumann. "Hier wird ihre enge Beziehung zu Jesus deutlich, die sich durch ihr ganzes Leben zog. Resl hat diese Liebe täglich gelebt, eine Liebe, die sich vor allem in der Eucharistie zeigte."

Nur so sei in Therese Neumanns Umgebung der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden gewachsen, hätten Menschen unerschrocken Zeugnis für den Glauben und gegen den Nationalsozialismus abgelegt. Auch nach Ende des Krieges habe sich die Resl für die Kirche eingesetzt. Das mündete nach ihrem Tod im Spätberufenenseminar Fockenfeld und Anbetungskloster Konnersreuth.

Lichterprozession ans Grab


"Dabei hat die Resl ihr ganzes Herz hineingegeben. Sie hat mit ihrer ganzen Person Jesus Christus geliebt, nicht nur mit dem Gefühl, sondern auch mit dem Verstand, mit ihrem Denken und Nachsinnen", betonte der Prediger. Dies helfe auch in der heutigen Zeit. "Wir sollten in den öffentlichen Auseinandersetzungen um Flüchtlinge mehr den Kopf einschalten, als nur noch aus dem Bauch heraus zu urteilen und verurteilen. Gott hat uns den Verstand gegeben, um gerechte und friedliche Lösungen zu finden und durchzusetzen. Deswegen tut es dringend not, auch in der großen Aufgabe der Flüchtlinge mit Herz und Verstand zu reagieren", sagte Fuchs. Nach dem Gottesdienst bewegte sich die Lichterprozession ans Grab der Resl, wo um eine baldige Seligsprechung gebetet wurde.
Wir sollten in den öffentlichen Auseinandersetzungen um Flüchtlinge mehr den Kopf einschalten, als nur noch aus dem Bauch heraus zu urteilen und verurteilen.Generalvikar Michael Fuchs
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