Hegeschau in Mitterteich
Jäger werben um Akzeptanz

Leckeres boten Elke und Matthias Siller mit ihrem Wildschwein am Grill an
Vermischtes
Konnersreuth
16.05.2017
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Für Unterhaltung beim Jägerfest sorgte die Reuther Blasmusik unter der Leitung von Peter F. Dotzauer.

Hunderte Besucher strömten am Samstag zum Jägerfest mit Hegeschau, wozu die Hegegemeinschaft Mitterteich auf das Gelände der Firma Green Energy eingeladen hatte. Kräftig wurde gefeiert, aber es kamen auch einige ernste Themen auf den Tisch.

Mitterteich. Das bunte Programm für Alt und Jung, das Hegegemeinschafts-Vorsitzender Karl Frank und sein Team ausgearbeitet hatten, fand großen Anklang. Zu den Klängen der Reuther Blasmusik unter der Leitung von Peter F. Dotzauer ließen sich viele Besucher Schmankerl vom Wild schmecken.

Schutz für bedrohte Arten


Am frühen Abend folgte der offizielle Teil der Hegeschau. Nach dem Startsignal, geblasen von den Jagdhornbläsern aus Waldsassen und Tirschenreuth, begrüßte Jagdverbandsvorsitzender Walter Rustler die Gäste im voll besetzten Saal. Gekommen waren Vertreter der acht Hegegemeinschaften in der Region sowie Vertreter von Politik und Behörden. Die Mitterteicher Hegeschau sei bisher wohl einmalig, so Rustler, und habe zurecht großen Zuspruch bekommen. Ziel sei es, Jagd und Hege für die Bevölkerung darzustellen. Durch das Einbinden von Natur, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Imkerei sei dies mehr als gelungen. "Unser Ziel ist es, dass die Bevölkerung unser wertvolles Tun akzeptiert", sagte Rustler und sprach von der Jagd als Pflichtaufgabe. Aufgabe der Jagd sei es, bedrohte Tierarten zu schützen, jagdbare Wildarten zu hegen, aber entsprechend zu bejagen. Dies sei unabdingbar.

Der Wolf werde unaufhaltsam in unsere Region zurückkehren, so Rustler weiter. "Seine Anwesenheit und die erwartete Rudelbildung werden zu Problemen führen, die von wenig Betroffenen zu schultern sind." Keinesfalls sähen die Jäger den Wolf als Konkurrenten. Rustler gab aber zu bedenken, dass die hiesige dicht besiedelte Landschaft keinen Raum für Wolfsrudel biete. "Wir müssen froh sein, wenn die bei uns vorkommenden Wildarten in einem guten Zustand erhalten bleiben."

Existenzen bedroht


Ein weiteres Thema war der Fischotter, der aktuell flächendeckend in den ostbayerischen und westböhmischen Raum zurückkehrt. Die Schäden in der Teich- und Flussfischerei sind laut Rustler enorm. Ganze Existenzen seien in der Fischwirtschaft bedroht. Rustler forderte die Politik auf, endlich tätig zu werden. Zum Schwarzwild sagte Rustler: "Niemand will mehr für dessen Schäden aufkommen." Rustler appellierte zu einer stärkeren Zusammenarbeit aller Beteiligten. Eine besondere Verantwortung hätten die Bayerischen Staatsforsten als größter Waldeigentümer. Rustler sah die Jäger beim Thema Schwarzwild allein gelassen.

Bürgermeister Roland Grillmeier betonte, dass ihm die Bedeutung der Jagd sehr wohl bewusst sei. Er verwies dabei auf die Wichtigkeit der Waldbestände für Erholungssuchende und nicht zuletzt die Wirtschaft. Grillmeier warb um Verständnis, wenn zum Beispiel für ein interkommunales Industriegebiet einige Flächen gerodet werden müssten.

Jagdberater Gregor Ziegler ging auf die landkreisweiten Streckenergebnisse ein. Demnach sei 2016 deutlich mehr Rot- und Sikawild erlegt worden, während die Schwarzwildstrecke deutlich zurückgegangen sei. Schlecht sei die Situation beim Niederwild, an eine Bejagung sei hier kaum zu denken. Dr. Bartel Klein, früherer Forstpräsident des Landes Sachsen, gab in einem kurzweiligen Vortrag einige Tipps zur Bejagung von Schwarzwild. "Wir Jäger müssen denken wie Schwarzwild." Dessen Intelligenz werde oft unterschätzt.
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