Kein Wohnraum im Schafferhof

Geht es nach der Konnersreuther SPD, sollte die Marktgemeinde prüfen, ob bei einer Sanierung des Schafferhofes (Bild) mit Einbau von Wohnraum für Flüchtlinge hohe Fördersätze genutzt werden könnten. Freie Wähler und CSU lehnten den Antrag aber mit Hinweis auf einen existierenden Mehrheitsbeschluss ab. Bild: jr
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Konnersreuth
17.09.2016
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Wer eine größere Diskussion erwartet hatte, lag falsch: Weitgehend sachlich und emotionslos verlief die Behandlung eines aktuellen Antrags der Konnersreuther SPD zum Schafferhof. Mehrheitlich lehnte das Gremium ab, die Möglichkeit zur Sanierung mit einer damit verbundenen Unterbringung von Flüchtlingen zu prüfen.

Bürgermeister Max Bindl verlas den Antrag der SPD in voller Länge. Darin wird der Bürgermeister aufgefordert, das Gespräch mit der Regierung der Oberpfalz suchen. Geklärt werden solle, ob für die Sanierung des Anwesens ein Fördersatz von 90 Prozent gewährt würde, wenn in dem Gebäude zusätzlich zur Nutzung als Dokumentationszentrum Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge geschaffen würden (wir berichteten).

Der Bürgermeister verwies im Anschluss lediglich auf den mehrheitlich gefassten Gemeinderatsbeschluss vom Juni dieses Jahres, wonach dort keine Wohnnutzung angestrebt wird. Auch CSU-Fraktionssprecher Andreas Malzer erinnerte an die Beschlusslage. Man habe entschieden, eine Sanierung für drei Millionen Euro anzustreben und keine Wohnungen zu schaffen. Auch ohne die Schaffung von Wohnraum sei eine 90-Prozent-Förderung das Ziel.

Wolfgang Pötzl (SPD) bat noch einmal wie im Antrag formuliert darum, Gespräche mit der Regierung der Oberpfalz aufzunehmen. "Wir halten den Antrag aufrecht." Von den Freien Wählern gab es keine Wortmeldung zu diesem Thema, auch SPD-Sprecher Edgar Wenisch verzichtete auf eine Stellungnahme. Bürgermeister Max Bindl ließ daraufhin abstimmen, wobei Freie Wähler und CSU geschlossen mit Nein stimmten und eine klare 11:2-Mehrheit bildeten. Erst zum Ende der Sitzung, nach der Behandlung anderer Punkte, ergriff Andreas Malzer noch einmal zum Thema Schafferhof das Wort und warf der SPD Aktionismus vor. "Zunächst wollen die den Schafferhof abreißen, jetzt plötzlich Wohnraum schaffen. Verspäteter Aktionismus bringt uns da nicht weiter." Anerkennung zollte er dem Bürgermeister: "Ich bewundere deine Gelassenheit bei diesem Thema." Max Bindl erwiderte dazu lapidar: "An der Beschlusslage hat sich nichts geändert."

Edgar Wenisch ergriff nun doch das Wort, hielt sich aber ebenfalls knapp: "Beim letzten Mal hat mir der Bürgermeister das Wort verboten, deshalb heute kein Kommentar. Nur so viel: Die Äußerungen des Herrn Malzer interessieren mich nicht."

Verspäteter Aktionismus bringt uns da nicht weiter.CSU-Sprecher Andreas Malzer über die Ideen der SPD zum Schafferhof


Die Äußerungen des Herrn Malzer interessieren mich nicht.SPD-Sprecher Edgar Wenisch
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Rudi Tragl aus Konnersreuth | 19.09.2016 | 14:24  
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