Kleiner Münsterländer ist zertifizierter Gehölzpathogenspürhund
Härtetest für "Kommissar Mäx"

Mäx, der "Kleine Münsterländer" des Baumsachverständigen Edgar Wenisch, ist jetzt ein zertifizierter Gehölzpathogenspürhund. Mit einer Trefferquote von 95 bis 98 Prozent entdeckt er Baumschädlinge wie Pilze oder Käfer - egal ob in Parkanlagen oder auf Frachtschiffen. Bild: lnz
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Konnersreuth
12.02.2016
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Nach einer neunmonatigen kostspieligen Ausbildung, fast täglichem Training und diversen Vorprüfungen hat es "Mäx" geschafft: Der "Kleine Münsterländer" des Baumsachverständigen Edgar Wenisch ist jetzt ein zertifizierter Gehölzpathogenspürhund.

Nur sechs Hunde weltweit tragen laut Wenisch offiziell diesen Titel, wobei der fünfjährige Mäx der einzige Rüde in diesem exklusiven Kreis ist. Hundedamen seien nämlich geeigneter, weil sie sich weniger leicht vom anderen Geschlecht und entsprechenden Markierungen aus der Ruhe bringen ließen. Doch Mäx hat eindeutig bewiesen, dass er die "Damenwelt" vorübergehend hinten anstellen kann, wenn es darauf ankommt.

37 Bäume in 30 Minuten


Geradezu nervenaufreibend sei Ende Januar die abschließende Prüfung in Gorleben verlaufen, wie Wenisch berichtet. Im ersten Teil mussten die vier teilnehmenden Hunde an Pflanzentöpfen und Holzpaletten Käfer, Engerlinge, Fliegen und Pilze aufspüren, im offenen Gelände, auf einem Parkplatz und in einer Garage. "Mäx blieb dabei fehlerfrei", so Wenisch. Doch am nächsten Tag wartete eine ungleich schwerere Aufgabe. In einem Stadtpark galt es, 37 Bäume von allen Seiten sowie deren Umfeld nach Schädlingen abzusuchen - und zwar in nur 30 Minuten.

Schon nach zweieinhalb Minuten entdeckte Mäx einen Austernseitling, doch dann beschnupperte er satte 25 Bäume am Stück ohne Erfolg. "Ich habe schon vermutet, dass er was übersehen hat. Mäx waren die Strapazen langsam anzusehen", erzählt Wenisch und gibt zu bedenken, dass die Bäume in diesem Park täglich von unzähligen Hunden markiert werden. Doch Mäx lag trotz der schwierigen Bedingungen 100-prozentig richtig, nach 16 Minuten hatte er alle drei von den Prüfern versteckten Schädlinge gefunden. "Ich habe meinen Freund dann erst einmal kräftig umarmt, das war ein toller Moment", erinnert sich Wenisch.

Das Zertifikat gilt für ein Jahr, dann muss sich Mäx erneut einer anspruchsvollen Prüfung stellen. Bis dahin dürfte viel Arbeit auf den "Münsterländer" und sein Herrchen zukommen. Mäx hat bereits bei der Erstellung mehrerer Gerichtsgutachten eine Rolle gespielt - mit Zertifikat dürfte er mehr denn je gefragt sein.

Nase ist konkurrenzlos


Trotz mittlerweile hochentwickelter Detektoren sei die Nase von Spürhunden absolut konkurrenzlos, wie der Baumsachverständige versichert. Die Trefferquote von "Kommissar Mäx", wie Wenisch seinen treuen Gefährten in Anspielung auf den berühmten "Kommissar Rex" hin und wieder nennt, liege bei 95 bis 98 Prozent. Dabei spiele es kaum eine Rolle, ob Mäx in Parkanlagen auf Pilz-Jagd geht oder im Laderaum von Frachtschiffen nach dem gefürchteten asiatischen Laubholzbockkäfer sucht, der sich rasant verbreiten und zu gewaltigen Schäden führen kann.

Ein großes Aufgabengebiet sieht Edgar Wenisch künftig im Erkennen von Krankheiten. So könne Mäx bereits jetzt nach dem Schnüffeln an einer Geruchsprobe bestimmte Bakterien und sogar Krebsarten anzeigen. Wenisch stellt klar: "Der Hund muss eigentlich nichts lernen - vielmehr muss das Herrchen erklären, was genau es von ihm will."

Kein Käse im Einsatz


Auf den heißgeliebten Allgäuer Käse muss Mäx übrigens inzwischen verzichten, wenn er im Einsatz ist. "Der Geruch hat sich überall festgesetzt", schildert Wenisch lachend. Stattdessen gibt es als Leckerlis Leberwurst und Forellenpaste aus der Tube - käsebedingte Konzentrationsschwierigkeiten sind damit ausgeschlossen.
Der Hund muss eigentlich nichts lernen - vielmehr muss das Herrchen erklären, was genau es von ihm will.Edgar Wenisch über die Fähigkeiten eines Spürhundes
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