Musik als Wegbereiter

Als "Väter der Partnerschaft" wurden beim Festakt die früheren Bürgermeister Michael Hamann (links) und Pavel Charvat (rechts) gewürdigt. Ihre Nachfolger Max Bindl (Zweiter von rechts) und Karel Hermann gratulierten den beiden zum damaligen Handeln. Bild: jr
Vermischtes
Konnersreuth
08.11.2016
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Die Gruppe "Singaweng" des Konnersreuther Musikvereins unter der Leitung von Sieglinde Kusche-Konrad gestaltete den Festakt mit heiteren Liedern. Bild: jr

Begonnen hat einst alles mit der Musik - einer Weltsprache, die verbinde, wie Bürgermeister Max Bindl betonte. Im festlichen Ambiente des Schlosssaals in Fockenfeld feierten Konnersreuth und Tepla das zehnjährige Bestehen ihrer Partnerschaft.

Vor zahlreichen Gästen, darunter eine 25-köpfige Delegation aus Tschechien, erinnerte Max Bindl an die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden durch die damaligen Bürgermeister Michael Hamann und Pavel Charvat im April 2006. Die Jugendblaskapelle Konnersreuth und die Musikschule Tepla hatten zuvor erste gemeinsame Konzerte organisiert. "Musik kennt keine Grenzen", betonte Bindl und dankte den musikalischen Leitern Armin Scharnagl und Slavek Orsagh.

Garanten für Frieden


Im Laufe der Jahre seien starke Bande zwischen den Orten entstanden, "die uns Jahr um Jahr näher zusammen bringen". Vielfältige Kontakte zwischen den Rathäusern, den Vereinen und vor allem zwischen den Menschen seien Belege dafür, dass die Menschen sich verstehen. Wahre Freundschaften seien entstanden. "Menschen, die sich verstehen, sind Garanten für ein friedliches Europa." Eine Barriere sei freilich noch die Sprache, die es mehr und mehr zu beseitigen gelte. "Die Völker können sich nur verständigen, wenn sich die Menschen verständigen können. Menschen müssen sich kennenlernen, miteinander reden und etwas Gemeinsames unternehmen." Natürlich bedeute das Miteinander nicht, dass beide Kommunen immer die gleichen Auffassungen haben müssen. Bindl betonte, dass die guten Beziehungen weiter fortgeführt werden und die Freundschaft gepflegt werde. In diesem Zusammenhang lud er zur Ausstellung der tschechischen Freunde ein, die im Rathaus zu besichtigen ist.

In seiner Festrede blickte Marktrat Uwe Rosner auf die Entstehungsgeschichte der Partnerschaft zurück. Umrahmt wurde der Vortrag mit Bildern aus den vergangenen zehn Jahren. Begonnen hat alles im Jahr 2004. "Es war eigentlich nicht unsere Idee, ein partnerschaftliches Verhältnis einzugehen", erklärte Rosner. Die Initiative sei von der Konnersreuther Jugendblaskapelle und der Musikschule Tepla mit den Leitern Armin Scharnagl und Slavek Orsagh ausgegangen. Beide hatten die Idee zu einem gemeinsamen Konzert, das am 12. Dezember 2004 in Tepla stattfand. Im Juli 2005 folgte der Gegenbesuch in Konnersreuth. Bei diesen beiden Konzerten trafen sich auch die Bürgermeister beider Orte, die ersten Kontakte waren hergestellt. So dauerte es nicht lange, bis man sich verstand und anfreundete.

Weichen richtig gestellt


Am 22. April 2006 war es schließlich soweit: In Konnersreuth wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Eine Woche später wiederholten die Verantwortlichen diesen Akt in Tepla. "Partnerschaften leben nicht nur zwischen zwei Kommunen, sondern sie müssen von den Menschen beider Orte mit Leben erfüllt werden", sagte Rosner und sprach von "unbestreitbaren Verdiensten" der damaligen Bürgermeister Michael Hamann und Pavel Charvat. Diese hätten den Grundstein für die Partnerschaft gelegt. "Sie haben damals die Weichen richtig gestellt." Darauf könne man heute aufbauen.

Rosner blickte ausführlich auf die Veranstaltungen der vergangenen zehn Jahre zurück. Durch Konzerte, sportliche Wettkämpfe, Treffen der Feuerwehren, aber auch gesellige Abende sei die Freundschaft vertieft worden. "Die Sprachbarriere ist zwar da, aber sie verhindert nicht, dass Menschen sich verstehen, wenn sie denn auch verstehen wollen", so Rosner. Abschließend zeigte er sich mit Blick auf die Zukunft der Partnerschaft zuversichtlich. "Liebe Freunde, liebe Konnersreuther", so begann Karel Hermann, Bürgermeister von Tepla, seine Rede. Auch er bezeichnete Michael Hamann und Pavel Charvat als "Väter der Städtepartnerschaft". Hermann, der schon öfters in Konnersreuth zu Besuch war, zeigte sich vom Erfolg der Freundschaft überzeugt. Eigens zum Jubiläum habe seine Stadt eine Ausstellung zusammengestellt, die jetzt im Konnersreuther Rathaus zu sehen ist.

Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr hatte den tschechischen Gäste am Nachmittag das Resl-Haus, die Pfarrkirche und das Grab der Resl gezeigt. In seinem Grußwort bei der Feier erinnerte er daran, dass zu Lebzeiten der Resl viele Verehrer auch aus der damaligen Tschechoslowakei gekommen seien. Dies gehe auch aus Dokumenten hervor, die im Staatsarchiv in Prag aufbewahrt werden. Dank der Beziehungen zu Tepla und dem dortigen Abt Filip Lobkowicz habe im Zuge des Seligsprechungsprozesses ein Zugang zum Archiv erreicht werden können. "Die Resl ist weit über unsere Landesgrenzen hinaus bekannt, sie hat über Grenzen hinweg die Herzen der Menschen angesprochen", so Pater Benedikt. "In Konnersreuth trifft sich die Welt."

Ausstellung im Rathaus


Martin Klepal, ehemaliger Bürgermeister in Tepla, stellte dann die von ihm erarbeitete Bilderausstellung vor, die bis zum Jahresende im Konnersreuther Rathaus zu sehen ist. Mit deren Eröffnung und einem Imbiss im Schloss-Foyer endete der Festakt. Am Samstag, 26. November, wird auch noch einmal in Tepla gefeiert.
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