Neue Schafferhof-Planungen im Marktrat
Optimismus und Zweifel

"Die entstandenen Probleme sind zu beheben und auch bezahlbar." Zitat: Architekt Gerhard Plaß über den schlechten Zustand der Scheune
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Konnersreuth
08.10.2016
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Auf dieser Freifläche neben dem Schafferhof-Gebäude soll ein Stellplatz für bis zu 16 Fahrzeuge entstehen. Die Zufahrt soll im unteren Bereich von der Arzberger Straße aus erfolgen. Bilder: jr (2)

Architekt Gerhard Plaß ist zuversichtlich, dass es gelingt, den Schafferhof in der Konnersreuther Ortsmitte für maximal drei Millionen Euro zu sanieren. Kopfzerbrechen bereitet ihm dagegen die weitere Vorgabe, 15 000 Euro an jährlichen Unterhaltskosten nicht zu überschreiten.

Eine ganze Stunde nahm sich der Marktrat am Donnerstag Zeit für den Zwischenbericht zur aktuellen Machbarkeitsstudie. Vorgesehen sind nach jetzigem Stand ein Vollausbau des Erdgeschosses und des Obergeschosses im Stall- und Wohnhaus sowie ein Teilausbau der Scheune. In seinem Bericht ging Gerhard Plaß zunächst auf die historische Bedeutung des Gebäudes ein. Angetan hat es dem Planer das Stallgebäude mit Gewölbe und Steinsäulen. "So etwas sieht man sonst nur in Kirchen, das muss in jedem Fall erhalten bleiben." Ziel müsse es sein, den Charakter des alten Bauernhauses zu erhalten.

Vorstellen könne sich Plaß den Verzicht auf den Ausbau des Dachbodens, am Dachstuhl sollten lediglich statische Verbesserungen vorgenommen werden. Nutzbar gemacht werden soll dagegen das Wohn- und Stallhaus im Erdgeschoss und im Obergeschoss. Weiter sprach sich Plaß gegen die Nutzung der gegenüberliegenden Remise aus. "Wir sollten sie lediglich zimmermannsmäßig in Stand bringen."

Zustand verschlechtert


Die Scheune könnte als "kalte Scheune" ausgebaut und statisch gesichert werden. "Eine spätere Nutzung sollte aber nicht ausgeschlossen werden." Plaß räumte ein, dass sich ihr Zustand in den vergangenen Jahren verschlechtert habe. "Die Probleme sind aber zu beheben und auch bezahlbar", ergänzte Plaß. Probleme gebe es beim Keller unter der Scheune, der zum Teil eingefallen sei. Zwar bestehe Plaß keinesfalls auf den Erhalt des Kellers, doch es sei vor einer möglichen Verfüllung eine genaue Prüfung nötig, auch weil es hier einen Brunnen gebe. Und diesen werde das Denkmalamt wohl erhalten wollen.

Im Erdgeschoss des Stall- und Wohnhauses soll ein Versammlungsraum mit Teeküche für bis zu 60 Personen entstehen. Als "ersten Treffpunkt" auf dem "neuen" Schafferhof-Areal sieht Plaß die Einfahrt bei der Scheune. Hier könnten Besuchergruppen begrüßt werden, zudem könnte von hier aus der Hof barrierefrei erkundet werden. Plaß mahnte: "Wir müssen den Schafferhof barrierefrei ausbauen, sonst haben wir keine Chance auf eine Förderung." Auf der Freifläche könnten Stellplätze für bis zu 16 Fahrzeuge geschaffen werden, die Zufahrt würde von der Arzberger Straße her im unteren Bereich des Platzes erfolgen. Diese Freifläche sollte mit Blick auf Omnibusse und festliche Veranstaltungen entsprechend befestigt werden. Mit maximal drei Millionen Euro werde man auskommen, so Plaß. Zum Betriebsdefizit von maximal 15 000 Euro im Jahr merkte Plaß an, dass das Anwesen das ganze Jahr über temporär beheizt werden müsse, wobei er eine Pelletsheizung favorisiere. Im November will Plaß weitere Details präsentieren, für Dezember ist die Entscheidung im Marktrat geplant.

Bürgermeister Max Bindl erkannte "eine elementare Veränderung der Planungen in unserem Sinne". Erneut machte Bindl klar, dass drei Millionen Euro ausreichen müssen. "Über die Betriebskosten müssen wir noch sprechen", so Bindl. Andreas Malzer (CSU) sah in der Planung viel Vernünftiges, was sich aus dem Bestand des Schafferhofs ergebe: "Für mich ist nicht viel Überraschendes dabei." Auf Nachfrage von Uwe Rosner (CSU) informierte Gerhard Plaß, dass Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde noch bevorstehen. "Wir werden unsere Planung mit der Behörde genau abstimmen." Reinhard Wurm (Freie Wähler) sah mit der möglichen Wiederherstellung der Keller enorme Kosten verbunden. Gerhard Plaß betonte, dass vor einer Entscheidung erst einmal genauere Untersuchungen anstünden.

Bisher nur ein Fest


"Mich amüsiert, wie hier mit dem Bürgerwillen umgegangen wird", kommentierte Edgar Wenisch (SPD) in Anspielung auf den Bürgerentscheid. Zur Nutzung der Freifläche für Veranstaltungen merkte Wenisch süffisant an, dass der Schafferhof-Förderverein bisher nur ein Fest veranstaltet habe. Wenn dies so weiter gehe, brauche man die Fläche nicht befestigen. Zum Thema Unterhaltskosten sagte Wenisch: "Ich kenne kein ähnliches Projekt, das ausschließlich von ehrenamtlichen Kräften geführt wird." Gerhard Plaß gab zu, dass Erfahrungswerte zeigten, dass es mit einem Betriebsdefizit von 15 000 Euro "knapp werden wird".

In der weiteren Diskussion machte Architekt Gerhard Plaß deutlich, dass mit der Realisierung des Schafferhofs das Resl-Haus entlastet werden könnte. "Dass dort viele Besucher immer wieder durchs Haus gehen, ist mit Sicherheit nicht gut." Siegfried Schiml (Freie Wähler) und Ortssprecher Richard Eckstein vermissten alternative Nutzungsvarianten. Gerhard Plaß sagte dazu: "Ich bin ja erst am Anfang und habe aufgezeigt, wohin die Reise gehen kann."

Die entstandenen Probleme sind zu beheben und auch bezahlbar.Architekt Gerhard Plaß über den schlechten Zustand der Scheune
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