Stammtischrunde legt realistische Führerscheinprüfung zum Test ab
Keiner schafft die Prüfung

Vor der Prüfung waren sie noch guter Dinge - nach der Auswertung herrschte bei den Stammtischbrüdern um Edgar Wenisch (Dritter von links) Ernüchterung. Bild: jr
Vermischtes
Konnersreuth
11.12.2015
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Was passiert, wenn sich eine Gruppe jahrzehntelanger Autofahrer der heutigen theoretischen Führerscheinprüfung stellt? In einer Konnersreuther Stammtischrunde sorgten die Ergebnisse einer solchen Aktion für lange Gesichter.

Jeden Sonntag kommt in der Marktgemeinde eine bunt gemischte Truppe zusammen, um in gemütlicher Runde über Gott und die Welt zu diskutieren. Mit dabei sind Angestellte und Selbstständige ebenso wie Beamte und Rentner. Als sich die Gespräche kürzlich um die Fahrkünste drehten und auch darüber spekuliert wurde, wie wohl eine erneute Führerscheinprüfung ausfallen würde, fasste Edgar Wenisch eine Idee.

Ohne seine Stammtischbrüder zu informieren - um eine Vorbereitung zu verhindern - nahm Wenisch Kontakt mit dem örtlichen Fahrschullehrer Otto Gradl auf und fragte, ob er eine theoretische Prüfung für die Mitglieder durchführen würde. Gradl sagte sofort zu und erschien dann wie vereinbart mit Tochter Lara beim nächsten Treffen pünktlich um 18 Uhr im Gasthaus "Kouh-Lenzen".

30 Fragen


Die elf anwesenden Stammtischbrüder staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass sie sich einer realistischen Führerscheinprüfung zu unterziehen hätten. Auch Wirt Andreas Neumann wurde kurzerhand zur Teilnahme verpflichtet. Otto und Lara Gradl tischten Original-Prüfbögen auf und erklärten, dass für die 30 Fragen maximal 30 Minuten zur Verfügung stünden. Schnell erkannten die erfahrenen Autofahrer, dass sich seit ihren Prüfungen vor Jahrzehnten vieles geändert hat. Am Ende gaben alle "Prüflinge" ihre Bögen aber deutlich vor Ablauf der Zeit ab.

Schon bald herrschte Ernüchterung in der Runde: Nach der Auswertung stand fest, dass kein Einziger die schriftliche Prüfung bestanden hätte. Zwischen 16 und 38 Fehler hatte Otto Gradl entdeckt - erlaubt gewesen wären aber nur 10.

80 000 Kilometer pro Jahr


Zusammen mit seiner Tochter Lara ging er detailliert auf jeden einzelnen Prüfbogen ein und zeigte die Schwächen der einzelnen "Prüflinge" auf. Mucksmäuschenstill folgten die Stammtischbrüder den Ausführungen. Gradl machte aber auch deutlich, dass er eigentlich mit einem wesentlich schlechteren Ergebnis gerechnet hätte, so dass er der Runde sogar noch ein Kompliment aussprach. Obwohl bei der Aktion auch der Spaß nicht zu kurz kam, machte sich doch eine gewisse Nachdenklichkeit breit. Denn in der anschließenden Diskussion kam heraus, dass einige der Teilnehmer bis zu 80 000 Kilometer pro Jahr im Auto unterwegs sind.

Edgar Wenisch hat bereits angekündigt, dass der Stammtisch auch künftig nicht vor solchen Überraschungen sicher ist. Wer möchte, kann bei den Zusammenkünften nach alter bayerischer Wirtshaustradition jederzeit vorbeischauen. Die Runde trifft sich jeden Sonntag ab 18 Uhr, jeweils im Wechsel beim "Kouh-Lenzen" und im Gasthof Schiml ("Weißes Ross").
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