Straßenausbau deutlich teurer

Die Gemeindeverbindungsstraße von Höflas nach Siegelmühle ist wegen ihres schlechten Zustands für den herkömmlichen Verkehr gesperrt. Bild: jr
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Konnersreuth
03.08.2016
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Erhalten bleiben sollen diese beiden mächtigen Bäume und das Feldkreuz. Zum Sicherheit sollen aber Leitplanken installiert werden. Bild: jr

Etwa ein Drittel mehr als anfangs geschätzt kostet der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Höflas nach Siegelmühle. Die Mehrheit im Konnersreuther Marktrat aus Freien Wählern und CSU gab dafür jetzt grünes Licht, die beiden SPD-Räte stimmten dagegen.

Ingenieur Peter Bork stellte die aktuelle Planung den Markträten eingehend vor. Zuvor hatte er noch einige Bilder gezeigt, die den schlechten Zustand der Straße verdeutlichen. Aus diesem Grund ist die Gemeindeverbindungsstraße auch für den herkömmlichen Verkehr gesperrt. Ausgenommen sind landwirtschaftliche Fahrzeuge und Versorgungsfahrzeuge sowie Milchabfuhr und Müllabfuhr.

Bäume erhalten


Laut Bork soll die Straße auf einer Länge von knapp 1070 Metern auf eine Breite von 4,50 Metern ausgebaut werden. "Dies ist die Mindestbreite für den Erhalt von Fördermitteln", so Bork. Ziel der Planungen sei es unter anderem, zwei stattliche Bäume mit einem dazwischen befindlichen Feldkreuz zu erhalten. Allerdings sei dann die Installation von Schutzplanken erforderlich. Einige Bäume entlang der Straße müssten natürlich gefällt werden, wie Bork weiter erläuterte. Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde über Ersatzmaßnahmen liefen bereits.

Peter Bork machte deutlich, dass der Grunderwerb für die neue Straße auf ein Minimum beschränkt werden soll. Dennoch müssten Flächen mit einer Größe von rund 1600 Quadratmetern zugekauft werden.

"Gott sei Dank hat die Marktgemeinde ein Bodengutachten in Auftrag gegeben", betonte Bork. Dadurch habe sich gezeigt, dass die Asphaltdecke teerhaltig sei - und dieser Teer müsse in der Deponie in Steinmühle vorschriftsmäßig entsorgt werden. Dafür müssten rund 60 000 Euro aufgewendet werden. Weiter kam ans Licht, dass Teile der Straße früher mit Abfallmaterial aufgefüllt worden seien - dieses müsse ebenfalls entfernt und entsorgt werden. Bork rechnet dafür mit Kosten von bis zu 60 000 Euro. Ein weiteres Manko sei die nicht ausreichende Tragfähigkeit des Untergrunds. Deshalb müsse auch eine Bodenverbesserung erfolgen, die Bork auf rund 50 000 Euro schätzt. Somit müssten allein wegen dieser drei Maßnahmen schon 170 000 Euro mehr eingeplant werden als ursprünglich angenommen - allerdings seien alle diese Aktionen förderfähig. Ging der Marktrat bisher von Gesamtkosten in Höhe von 620 000 Euro aus, so stiegen diese auf rund 925 000 Euro. Zuwendungsfähig sind laut Bork rund 843 000 Euro. "Wir hoffen auf eine 90-prozentige Förderung, der Eigenanteil des Marktes läge dann bei 166 000 Euro", warb Bork um Zustimmung.

Die Zeit drängt


Der Ingenieur empfahl, den Förderantrag noch jetzt im August einzureichen. "Wenn wir das nicht hinkriegen, verlieren wir ein ganzes Jahr." Sollte heuer noch der Förderbescheid eintreffen, könnte die Ausschreibung starten und die Bauarbeiten könnten im kommenden Jahr anlaufen. Bürgermeister Max Bindl meinte dazu: "Wir müssen das so machen und hoffen auf 90 Prozent Förderung." Edgar Wenisch (SPD) stieß die Kostenmehrung sauer auf. "Im Mai sprach Bürgermeister Max Bindl von Kosten für einen Vollausbau in Höhe von 624 000 Euro und jetzt das!" Ingenieur Peter Bork warf ein, dass es sich damals nur um Kostenschätzungen gehandelt habe. Nun aber lägen detaillierte Berechnungen vor.

Uwe Rosner (CSU) wollte wissen, ob bei einem Ausbau zum Feldweg der Schutt ebenfalls entsorgt werden müsste, was Bork bejahte. 2. Bürgermeister Reinhard Wurm (Freie Wähler) betonte: "Wir müssen wohl in den sauren Apfel beißen. Wir dürfen das Projekt nicht noch weiter hinausschieben." Für Andreas Malzer (CSU) war klar, dass jetzt der Zeitpunkt für den Straßenausbau gekommen sei, nicht zuletzt wegen der großzügigen Förderung.

Bei der Abstimmung votierten die Markträte von Freien Wählern und CSU für den Ausbau. Edgar Wenisch und Wolfgang Pötzl (beide SPD) stimmten dagegen, ohne die Ablehnung näher zu begründen.
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