Studie soll Klarheit bringen

Kein schönes Bild gibt seit vielen Jahren der Schafferhof in der Konnersreuther Ortsmitte ab. Der Marktrat gab jetzt mehrheitlich eine Machbarkeitsstudie für eine abgespeckte Version des Sanierungsprojekts in Auftrag. Bild: jr
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Konnersreuth
01.07.2016
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Maximal drei Millionen Euro soll die abgespeckte Version einer Sanierung des Schafferhofes in Konnersreuth kosten. Mit der Mehrheit aus Freien Wählern und CSU beschloss der Marktrat am Donnerstag die Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Die SPD-Fraktion stimmte dagegen.

Bürgermeister Max Bindl machte deutlich, dass die Umsetzung der bisherigen Sanierungs- und Umbauplanung hinsichtlich der Investitions- und Betriebskosten finanziell nicht zu stemmen wäre. Eine Machbarkeitsstudie durch einen geeigneten und kostenorientierten Planer soll sich mit einer deutlich abgespeckten Version befassen. Ein Teil der bisherigen Planungen könne aber mit einfließen.

Kein Saal, keine Cafeteria


Klare Zielsetzung sei, dass die Grenze von drei Millionen Euro nicht überschritten wird. Nach wie vor soll ein Dokumentations- und Begegnungszentrum entstehen, aber in reduziertem Umfang. Fallen gelassen werden laut Bindl ein multifunktionaler Saal für 200 Personen, eine Cafeteria mit Küche, Kühlung, Lager und sanitären Anlagen in der Remise sowie eine Tourist-Info mit gemeindlichen Personal. Die Holz-Remise soll ohne größeren Aufwand renoviert werden, Dachgauben auf dem Gebäude werden gestrichen, das "museale Konzept" wird verkleinert.

Bindl erklärte, dass anstelle einer kostenintensiven Tourist-Info ein mit ehrenamtlichen Kräften bestücktes "Info- und Organisationsbüro" entstehen soll. Das vorhandene Rathauspersonal werde aber Unterstützung leisten. Auf der rund 650 Quadratmeter großen Freifläche westlich des Anwesens könnte eine Zufahrt für Busse mit Wendemöglichkeit geschaffen werden. Weiter sollen Parkplätze für Autos ausgewiesen werden. Nicht weiter verfolgen wolle man den möglichen Bau von Wohnungen im Schafferhof-Gebäude.

Max Bindl hofft, dass die Machbarkeitsstudie bis Januar 2017 vorliegt und dann im Marktrat beraten werden kann. Anschließend könnte ein Architekt mit der detaillierten Objektplanung beauftragt werden, allerdings erst nach Durchführung eines Vergabeverfahrens. Bindl warb abschließend für die Durchführung der Machbarkeitsstudie, um so verlässliche Zahlen zu erhalten.

Zeit zum Handeln


Reinhard Wurm (Freie Wähler) betonte die Wichtigkeit einer solchen Machbarkeitsstudie. "Wir hatten das Projekt Schafferhof bis 2016 ausgesetzt, jetzt ist die Zeit zum weiteren Handeln gekommen." Das Ergebnis werde zeigen, ob es finanziell leistbar sei oder nicht. Andreas Malzer (CSU) gab zu bedenken, dass eine Aussetzung auch heiße, dass Verträge weiterlaufen. Weiter setzte er sich für einen Runden Tisch in Sachen Schafferhof ein. Daran sollten auch die Hauptbeteiligten früherer Planungen teilnehmen. Weiter fragte Malzer: "Trauen wir es uns mit unseren eigenen Ideen zu oder brauchen wir externe Unterstützung?"

Edgar Wenisch (SPD) erinnerte erneut daran, dass die Bevölkerung beim Bürgerentscheid klar entschieden habe, was sie vom Projekt Schafferhof halte. Gewünscht worden seien ein Abriss sowie ein Neubau. Wenisch sah Parallelen mit der Situation im Jahr 2006. "Damals hieß es, die Sanierung würde zwei Millionen Euro kosten. Jetzt sind es drei Millionen Euro", so Wenisch. "Wir geben viel Geld für Studien und Planungen aus, aber es passiert nichts", bemängelte Wenisch und ergänzte: "Wir machen wissentlich Fehler."

Andreas Malzer und Max Bindl wiesen nochmals darauf hin, dass der Schafferhof nicht abgerissen werden dürfe, weshalb es eine andere Lösung geben müsse. Edgar Wenisch kam auf die mögliche Förderung zu sprechen: Bisher habe ein Satz von 80 Prozent als sicher gegolten, doch nun heiße es, dass man diesen Wert als Ziel anstrebe.

Mit 9:2 Stimmen votierte das Gremium am Ende für die Durchführung einer Machbarkeitsstudie. Alfons Haberkorn (CSU) und Edwin Pfohl (Freie Wähler) waren wegen Feuerwehr-Schulungen in der Sitzung nicht anwesend, mit Nein stimmten die SPD-Räte Edgar Wenisch und Wolfgang Pötzl. Auf Nachfrage erklärte Geschäftsleiter Markus Troesch, dass der Auftrag für die Studie in einer der nächsten Sitzungen nichtöffentlich vergeben wird.
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