Hackschnitzelheizung im Konnersreuther Ortskern
Wärme aus der Leitung

KuK-Vorsitzender Edgar Wenisch (Mitte) sowie Josef Konradl (rechts) und Rainer Lukas von der Kewog sprachen bei einem Infoabend über die geplante Nahwärmeversorgung in Konnersreuth. Bild: jr
Wirtschaft
Konnersreuth
17.07.2015
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Eine Hackschnitzelheizung im Konnersreuther Ortskern soll nicht nur öffentliche Gebäude versorgen, sondern auf Wunsch auch Privatanwesen. So sieht es ein Plan des Kommunalunternehmens (KuK) und der Kewog vor. Doch Details zu den Kosten blieben bei einem Infoabend offen.

Nach dem Willen der beiden Unternehmen sollen die Konnersreuther Liegenschaften wie Kirche, Rathaus, Raiffeisenbank-Filiale, Grundschule, die künftige Resl-Begegnungsstätte und eventuell auch das Kinderhaus angeschlossen werden. Hinzu kommen könnten interessierte Anlieger entlang der Arzberger Straße.

KuK-Vorsitzender Edgar Wenisch stellte den Zuhörern im Gasthaus "Kouh-Lenzen" das Kommunalunternehmen zunächst näher vor. Dieses betreibe erfolgreich vier Photovoltaikanlagen in der Marktgemeinde. Weitere PV-Anlagen seien in Planung, unter anderem auf dem Areal des gemeindlichen Bauhofs. Ins Auge gefasst habe man nun auch eine Nahwärmeversorgung im Ortskern.

Ausgangspunkt des Konzeptes seien die Planungen zur Realisierung einer Resl-Begegnungsstätte auf dem Schafferhof-Gelände gewesen. "Wir brauchen für den Schafferhof, in welcher Form auch immer, eine Heizung", erklärte Wenisch. Mit der Kewog habe er einen Partner gefunden, mit dem sich ein solches Projekt verwirklichen ließe. "Wenn es uns gelingt, dieses Projekt einer Nahwärmeversorgung umzusetzen, dann gibt es nur Gewinner." So würde die regionale Wertschöpfung gefördert, denn zum Füttern der Hackschnitzelheizung würde Holz aus den heimischen Wäldern verwendet. Untergebracht werden soll die Heizanlage im Gebäude der Grundschule.

Heimische Anbieter

Diplom-Ingenieur Josef Konradl von der Kewog machte deutlich, dass die Planungen eine 625 Meter lange Trasse und den Anschluss von 17 Gebäuden vorsehen. Der Hackschnitzel-Bunker mit einem Fassungsvermögen von 120 Kubikmetern würde mit Brennmaterial von heimischen Anbietern befüllt. Konradl nannte die Waldbauernvereinigung, Landwirte, den Maschinenring und die Bayerischen Staatsforsten.

Vorteile für Anlieger

Weiter ging Konradl auf mögliche Hausübergabestationen ein. Nötig sei in jedem Fall lediglich ein kleiner Technikkasten (50 x 50 x 30 Zentimeter). Durch den Umstieg auf die Nahwärme würden in den Gebäuden Heiz- und Tankräume frei. Die Investitionskosten bezifferte Konradl nach derzeitigem Planungsstand auf rund 450 000 Euro. Größte Ausgabebrocken seien der Bau des Biomassekessels und der Bau der Fernwärmeleitung. Konradl informierte, dass das Projekt auch durch Fördergelder unterstützt würde. Für Anwohner wäre ein Anschluss von Vorteil, weil sie dann unabhängig von Öl und Gas wären. Zudem würde nachhaltig geheizt. Nicht vergessen werden dürfe laut Konradl ein 24-Stunden-Service zur Behebung möglicher Störungen.

Details zu den Kosten für einzelne Hausanschlüsse vermochte Konradl nicht zu sagen. Hier müsse in jedem Fall eine individuelle Berechnung vorgenommen werden. Interessierte können dazu einen Fragebogen ausfüllen und bei der Marktverwaltung abgeben.

CSU-Marktrat Andreas Malzer erinnerte im Anschluss an den Vortrag daran, dass die Marktgemeinde einen Energienutzungsplan beschlossen habe. Weiter bezweifelte er, dass die angegebenen Zahlen auch belastbar seien. Josef Konradl hielt die Berechnungen für realistisch und betonte, dass eine Fernwärmeleitung mindestens 30 Jahre halten würde.
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