Aus altem Trafohäuschen in Hohenkemnath wird bayernweit einmaliges Naturschutz-Projekt
Turm-Premiere für Artenschutz

Maria Hummel (rechts) zeigte den Besuchern eine Feder als Beweis, dass bereits die ersten tierischen Gäste eingezogen sind.
Freizeit
Kreis Amberg-Sulzbach
26.04.2016
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Es dürfte der erste Artenschutzturm in Bayern sein. Davon ist zumindest der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Ursensollen überzeugt, der dieses Projekt in Hohenkemnath in einer ehemaligen Trafostation realisiert und nun eingeweiht hat. Dazu kamen viele Gäste, die die Initiatoren allesamt schwer lobten.

Hohenkemnath. An vorderster Stelle ist Maria Hummel zu nennen, die dieses Vorhaben unermüdlich vorantrieb. Dabei leistete sie sozusagen Pionierarbeit, weil es Artenschutztürme nach ihrer Auskunft bisher zwar im Norden Deutschlands, kaum aber im Süden und nicht im Freistaat gibt.

"Wir können stolz darauf sein, dass wir in Hohenkemnath dieses Projekt verwirklichen konnten", freute sich OGV-Vorsitzende Annette Wenkmann über das 28 000 Euro teure Gemeinschaftsprojekt. Maria Hummel hob sie besonders lobend hervor: "Liebe Maria, dafür, dass du stets an das Projekt geglaubt hast und unseren Bürgermeister schlussendlich davon überzeugen konntest, dafür sind wir dir mehr als dankbar."

Der ebenfalls angesprochene Rathauschef Franz Mädler griff den Ball auf: "Als Maria Hummel die ersten Male bei mir vorsprach, war ich schon ein wenig skeptisch. Im Nachhinein muss ich aber sagen, ihre Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Und die Gemeinde kann stolz auf das vollzogene Projekt sein." Eine Bereicherung sei es auch für den Naturpark Hirschwald und für den Landkreis, betonte Landrat Richard Reisinger.

Pater Marek Michalaks Aufgabe war es dann, dem neuen Artenschutzturm den kirchlichen Segen zu geben. Klar hätten ihn die Teilnehmer der Feierstunde gerne von innen angesehen. Darauf aber wurde verzichtet, weil bereits die ersten tierischen Gäste eingezogen sind, die ja hier eine neue Heimat finden sollen.

GemeinschaftsprojektDer Artenschutzturm ist in einem Gemeinschaftsprojekt von Obst- und Gartenbauverein, Amt für Ländliche Entwicklung und Gemeinde Ursensollen entstanden. Jugendliche aus Frankreich, Armenien, Italien, Russland, Spanien, Südkorea, Deutschland, der Türkei und Ukraine beteiligten sich im August 2015 im Zuge eines internationalen Workcamps an den wichtigsten Arbeiten. Professionell halfen auch das Bauunternehmen Engelbert Sperber und Holzbau Kuhn mit. Fachlich beratend unterstützte der Landesbund für Vogelschutz. (brü)
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