Familientag in Theuern
Schwitzen am Löschofen

Flohmarkt-Stände rundeten das Angebot des Museums ab.

Es war der heißeste Sonntag des Jahres. Die Cleveren wussten sich zu helfen: Im von der Außenstelle des Museums nur 50 Meter entfernten Kneippbecken in Theuern ließ es sich trefflich abkühlen, das war sozusagen Wasser auf heißgelaufene Beine.

Thuern. (e) Auch damit konnte das Kulturschloss bei seinem Familientag punkten. Heiß ging's ab 11 Uhr auch zu im Hammerwerk. Dort zeigte Schmied Georg Honig sein handwerkliches Können. Die Funken sprühten am Well- beziehungsweise Löschherd, wie das in der Fachsprache heißt. Dort standen einst der Schmiedemeister, sein Knecht und der Löschschmelzer.

Messer, Dolche, Schwerter


Die Besucher erfuhren von Museumspädagogin Erika Haßler und Cornelia Platz, dass während des Löschens sich das abschmelzende Eisen in der Grube des Löschherdes sammelte. Daraus entstand ein besonders reines und gut schmiedbares Eisen. "Museums-Schmied" Honig demonstrierte, wie die von ihm selbst geschmiedeten Messer, Dolche und Schwerter aussehen. Und er setzte sich auf den uralten Schleifstein, um zu zeigen, wie früher Messer und Waffen geschliffen wurde - und sie hielten lange. Bei der zweiten Führung staunten die Besucher nicht schlecht über die uralten Maschinen in der Spiegelglasschleife und im Polierwerk. Riesige Antriebsräder, Transmissionen, ein höllischer Lärm: Dort verrichteten vor rund 100 Jahren Menschen 15 bis 18 Stunden schwere Arbeit.

Kräuter gesammelt


Ganz anderes im Sinn hatte Dr. Angela Wirsing, die im nahen Umfeld Kräuter aufsammelte: Brennessel, Schafgarbe, Johanniskraut, Zinnkraut, Spitzwegerich. Ihr Wissen über die (Heil-)Kräuter gab sie bereitwillig an die Besucher weiter. Manche staunten, dass aus der getrockneten Wurzel der Wegwarte Kaffee hergestellt werden kann. Die Kinder erfuhren, wie Reiberdatschi zubereitet wird. Und sie sahen, wie aus Speckstein ein Schlüssel oder Kettenanhänger gefertigt werden.

In den Familientag integriert hatten die Veranstalter auch einen Flohmarkt für Glas, Porzellan und Emaille. So genau hat man's aber nicht genommen, ein bisschen Spielzeug für die Kinder durfte schon sein. Und viel zu trinken war nötig, angesichts immer drückenderer Schwüle, aber mit Getränken und Kuchen war der Familientag bestens gerüstet.
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