Mundart-Ecke
Bleschen gefährdet die Gesundheit

Wer raucht, der blescht. Bild: dpa
Seit in den Wirtshäusern nicht mehr geraucht werden darf, ist die Zahl der Raucher rückläufig. Das Bleschen (Rauchen) kommt offenbar aus der Mode. I blesch, du bleschst, er blescht- so dekliniert der Oberpfälzer den Griff zum Glimmstängel. Warum, das müsste erst genauer erforscht werden. Möglicherweise, weil die Zigarette beim Rauchen mit der Zunge in Berührung kommt, die ja - wenn sie besonders lang ist - Bleschl genannt wird. Wobei das Wortbleschen ja noch eine andere Bedeutung hat. Es steht auch für schlagen, Krach machen oder scheppern. Über den Blescher(er) beim Gewitter (Donner) haben wir an dieser Stelle bereits berichtet. Bleschen ist eines von mehreren B-Wörtern, die charakteristisch sind für den nordbairischen Dialekt. Eines davon ist Bloudan- oft verwendet mit einer vorangestellten Sau. Die Saubloudan (Blase des Schweines) fand nach dem Schlachttag früher vielfältige Verwendung: als Spielball, als Laternenbespannung, aber auch als Schlaginstrument. Als solches ist sie heute noch mancherorts beim Kirwabärtreiben anzutreffen. Bloder ohne u hingegen ist der Mundartausdruck für Laub, Salat- oder Rübenblätter. Als in der Oberpfalz noch Runkeln (Futterrüben) angebaut wurden, diente das Bloder als hochwertiges Viehfutter. Das Verbblodern wiederum heißt so viel wie aufplustern oder aufschrecken. Hühner, die schlafend auf der Stange sitzen, können zum Beispiel afblodern, aber auch Menschen, die zu nachtschlafener Zeit geweckt werden. Wenn jemand unsanft erwacht, dann vielleicht, weil unter dem Fenster ein Moped vorbeibledert. Letzteres bedeutet so viel wie rattern.
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