Mundart-Ecke
Budasuppn für die Fastenzeit

Eine typische Fastenspeise in der Oberpfalz: Der Eapfl. Bild: Unger
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Fastenzeit? Dieses Wort gehört auch schon fast auf die rote Liste der aussterbenden Begriffe. Nicht, weil Fastenzeit ein Dialekt-Ausdruck wäre, sondern eher, weil vielen vor lauter Starkbierfesten der Blick für die Tradition verloren gegangen ist - die sogenannte Bockbierzeit macht sich daran, jenen 40-tägigen Zeitraum des Fastens zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag begrifflich zu verdrängen. Die traditionelle Bußzeit bis Ostern war in der Oberpfalz seit jeher mit typischen Fastenspeisen verbunden. So gab es an vielen Tagen Böia-, Mülch-, Brout-, oder Budasuppn (Bier-, Milch-, Brot- oder Buttersuppe). Die Kenner sprechen etwas abschätzig davon, dass die zuerst genannten Lebensmittel lediglich mit heißem Wasser gestreckt worden seien. Es gibt aber andere, die für solch flüssige Nahrung schwärmen.

Hoch im Kurs stand in der Fastenzeit natürlich die Kartoffel. Für das nahrhafte Wurzelgewächs gibt es im Landkreis Amberg-Sulzbach drei Mundartausdrücke, von denen einer völlig aus der Reihe tanzt. Im Osten des Landkreises, in Kemnath am Buchberg zum Beispiel, ist noch vom Eapfl (Erdapfel) die Rede, während sich das Wort Richtung Hahnbach und Rieden zum Eadepfl wandelt. Im Sulzbacher Land hingegen heißt die Kartoffel Eadbian, also Erdbirne - wie in weiten Teilen Mittelfrankens und in Nordschwaben. Den 21. Februar hat die Unesco übrigens zum Welttag der Muttersprache ausgerufen. Grund genug, also ausnahmsweise mal Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
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