Mundart-Ecke
Die Staunzn fliegen wieder

In Vilseck ist die Zeit der Schnouggn angebrochen. In Schmidmühlen werden die Staunzn aktiv. Gemeint sind in beiden Orten die Stechmücken. Bild: dpa
Wer an einem lauen Frühlingsabend am Lagerfeuer sitzt oder am Weiherdamm ein kühles Bierchen trinkt, den können schon mal die Staunzn beißen. Allerdings eher Richtung unteres Vilstal. Nördlich von Amberg gibt es die Stechmücken zwar auch, allerdings werden sie dort eher Schnouggn genannt. Wenn bei dem im Landkreis Amberg-Sulzbach gesprochenen Dialekt eine Sprachgrenze auszumachen ist, dann verläuft sie meistens in Nord-Süd-Richtung - etwa zwischen Sulzbacher Land und Altlandkreis Amberg. Beim Mundartausdruck für Schnaken und Mücken tut sich allerdings ein horizontaler Graben auf. Der Landkreis-Norden fügt sich mit seinen Schnouggn in einen breiten Streifen, der sich laut bayerischem Sprachatlas vom Bodensee bis zum Vogtland zieht. Schnouggn sagt man zum Beispiel im oberfränkischen Schönwald, Schnougga im schwäbischen Nersingen und Schnogge in Sonthofen im Allgäu. Der Begriff Staunzn ist dagegen typisch für Altbayern: In der allergleichen Färbung ist das Wort beispielsweise im niederbayerischen Bad Füssing geläufig oder im Landkreis München. Im Voralpenland wandelt sich die Staunzn zur Stanz.

Aber nicht nur die Stechmücken haben mit den wärmeren Temperaturen Konjunktur und dabei unterschiedliche sprachliche Ausprägung - auch die Sommersprossen kommen wieder zum Vorschein. Summafleck heißen die Pigmentablagerungen auf der Haut nahezu einheitlich im gesamten Landkreis Amberg-Sulzbach. Nur im südlichen Teil um Schmidmühlen herum ist auch der Ausdruck Summermirl bekannt. Sunnasprössla sagen die Alteingesessenen in Tirschenreuth, Summerschecken in Waldmünchen und Köihdreck heißt es scherzhaft in Pressath und Kemnath-Stadt. Da kann natürlich auch der Märzenschissmithalten, der im südlichen Niederbayern für den Begriff Sommersprossen steht.
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