Mundart-Ecke
Die Zeit der Glubberler beginnt

In dieser Woche kamen sie wieder zum Vorschein: Bei strahlendem Sonnenschein hatten die Glubberler ihren großen Auftritt. Bild: dpa
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In dieser Woche kamen sie wieder zum Vorschein: Bei strahlendem Sonnenschein hatten die Glubberler ihren großen Auftritt. Glubberler sorgen dafür, dass der Frühlingswind Seckl (Socken) und Unterhosen nicht von der Wäscheleine fegt. Und Glubberler sind Forschungsobjekt zahlreicher Mundart-Experten in ganz Bayern. Wieder zieht sich eine unsichtbare Sprachgrenze durch den Landkreis Amberg-Sulzbach. Die Dialektsprecher im Birgland neigen bereits zum Ausdruck Zwicker, der in nahezu ganz Franken und auch noch im Landkreis Neumarkt für Wäscheklammern geläufig ist.

Diesmal scheren die Schwaben aus. Sie nennen die Glubberler Glufen. Noch extravaganter drücken sich die Bewohner des nördlichen Oberfrankens aus, wenn sie von Pflöcken sprechen. Die ursprüngliche Form der Wäscheklammer war ein gespaltenes oder mit einem keilförmigen Schlitz versehenes Stück Holz, das auf die Wäsche gesteckt wurde, die über einer Leine hing. Obwohl der Begriff Glubberl laut Kleinem Bayerischen Sprachatlas eindeutig auf dieses ältere, hölzerne Modell zurückgeht, wurde er problemlos auf die neuen Plastik-Klammern übertragen.

Die Herkunft des Wortes Glubberl hängt mit klieben zusammen, eine frühere Bezeichnung von spalten. Die althochdeutsche Vorstufe dazu ist das Substantiv "kluba" (Zange). Die Motivation für die Benennung ist offensichtlich. Es wird etwas eingeklemmt - die Wäsche. Kluppen und Kloben waren einst Ergebnisse des Spaltens. Irgendwann wurden als Glubberler auch die Finger bezeichnet - vielleicht wegen Ähnlichkeiten mit den Urformen der Wäscheklammer, oder weil man mit ihnen ebenfalls etwas festhalten kann.
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