Mundart-Ecke
Ganz Ohr für die Ouan

Aua im Oua: Piercings und Mundart passen gut zusammen. Bild: dpa
Das Ohr, oder besser gesagt, die Ohrmuschel (Luser- oder Ouawaschl) war in unserer Mundart-Serie bereits einmal Thema. Weil aber den Sound der Oberpfalz kaum etwas so schön wiedergibt wie das Oua, lohnt sich eine detaillierte Betrachtung dieses Dialektwortes. Die Mehrzahl eines Ouas sind Ouan.

Die hellste Freude haben die einheimischen Mundartsprecher immer, wenn sich - zugegebenermaßen auf konstruierte Art und Weise - zum Ohr das Ei dazugesellt - also zum Oua das Oa. Der Plural von Oa lautet Oia, die Einzahl aber eben nicht Oi. Oi wiederum steht im nordbairischen Sprachgebiet vielmehr für das Zahlwort ein. Wer also beim Frühstück die gekochten Eier durchzählt, liegt so richtig: Oi Oa, zwoa Oia. Das O und die Vokale, die es hin und wieder mit sich führt, prägen die Oberpfälzer Sprachmelodie. Besonders schön zu hören ist dieser Klang bei der Aussprache von broad (breit) oder Brout (Brot). Nicht zu vergessen natürlich die berühmten gestürzten Diphthonge, wie sie bei Brouda (Bruder), Bröif (Brief) oder möid (müde) anzutreffen sind. Die verdrehten Umlaute sind das Markenzeichen des nordbairischen Dialekts, denn im Süden Bayerns verwenden die Mundartsprecher die Diphthonge eben nicht gestürzt, was sich dann so anhört wie im Musikantenstadl: Bruada, Briaf und miad.
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