Mundart-Ecke
Mit den Schwalben in die Kirwa-Zeit

Hölzerne Schwalben. Die kleinen Vögel standen bei der Namensgebung Pate. Bild: Hartl
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Die kirwafreie Zeit ist vorbei. Heute richten die Ammersrichter Burschen den ersten Kirchweihbaum dieser Saison auf. Und womit? Mit Schwalben, jenen hölzernen Stangen, die beim Aufstellen der geschälten und geschmückten Fichte die ganze Last tragen. Jeweils zwei Stangen sind am oberen Ende mit einem dicken Seil zusammengebunden. In diesem Seil liegt der Stamm des Kirwabaumes auf. Die hölzernen Schwalben haben ihren Namen von den gleichnamigen Vögeln, deren Markenzeichen die doppelte Schwanzfeder ist. Diese V-Form ergibt sich immer dann, wenn die Holzstangen den Kirwabaum stemmen. Mancherorts ist für die gleichen Kirwa-Utensilien die Bezeichnung Goißn (Einzahl Goaß) üblich. Auch dieser Ausdruck nimmt Bezug auf das Aussehen der Stangen und die Tierwelt - ganz konkret auf die beiden Hörner der Ziege.

Kirchweihen bringen bekanntlich manche Kuriosität zutage. Unter anderem einen Ehrenamtstitel, der immer nur beim Aufstellen des Kirwabaumes gilt. Wenn sich der Stamm in die vorgesehene Grube senkt, schlägt die Stunde des Lochmoistas, jenes Fachmanns, der die Männer beim Aufstellen anleitet und dafür verantwortlich ist, dass das Wahrzeichen am Ende senkrecht steht.
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