Mundart-Ecke
Sündenrabatt am Olouspfinsta

Typisch für den Floankoucha sind der Belag mit Weibirln (Rosinen) obendrauf. Bild: dpa
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Der Olouspfinsta liegt hinter uns - jetzt kann Ostern kommen. Olouspfinsta nannten die katholischen Oberpfälzer in früherer Zeit den Gründonnerstag. Wer am Abend vor dem Karfreitag die Eucharistie mitfeierte, erhielt von der Kirche einen Rabatt auf die begangenen Sünden, einen Ablass (Olous). Pfinsta ist der Dialektausdruck für Donnerstag. Er taucht noch manchmal in der Faschingszeit auf, wenn vom naschen Pfinsta (dem unsinnigen Donnerstag) die Rede ist.

Fast vergessen ist dagegen der mundartliche Begriff für Dienstag, den auch die Amberg-Sulzbacher bis weit in die 80er Jahre noch oft Irda genannt hatten. Sprachforscher sind sich einig, dass sowohl Irda, als auch Pfinsta auf das Altgriechische zurückgehen. Bei den Griechen war der Tag zwischen Montag und Mittwoch der Tag des Kriegsgottes Ares. Das Nachbarvolk der Goten übernahm diese Bezeichnung als "Areinsdag". Als die Goten zur Zeit der Völkerwanderung donauaufwärts zogen, verbreitete sich der Ausdruck in unserer Region und wandelte sich zum Irda. In Pfinsta steckt der griechische Zahlwortstamm "pent" (Pentagon, Pentagramm) für die Zahl fünf. Der Donnerstag ist der fünfte Tag der Woche. Nach den selben Lautgesetzen ist der Ausdruck Pfingsten entstanden. Pfingsten wird am 50. Tag nach Ostern gefeiert.

In vielen Öfen backen heute die Osterkuchen, Floan- oder Schmierkoucha genannt. Typisch sind der Belag aus safrangefärbtem Gries und die Weibirln (Rosinen) obendrauf. Den Floankoucha (Fladenkuchen) gibt es auch mit einer Schmiere aus Zwetschgenmus oder gezuckertem Quark.
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