Mundart-Ecke
Vom Gatn in den Goatn

So sieht sie aus - eine Handvoll Koud. Bild: dpa
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Wer frühmorgens vor die Haustüre tritt, der kann es riechen - das Koud, feucht vom Morgentau. Koud ist ein besonders schöner Mundartausdruck für Humus, der leider immer mehr in Vergessenheit gerät. Im Mittelhochdeutschen bezeichnete das Wort Kot weniger ein Exkrement, als vielmehr aufgeweichte Erde oder schlammigen Schmutz auf einer Straße. Und so heißt es im Nordbaierischen heute noch, der Weg zwischen zwei Ortschaften sei koude, wenn er verschmutzt ist.

Die imaginäre Sprachgrenze, die sich durch den Landkreis zieht, kommt unter anderem im Garten zur Geltung. Während die Dialektsprecher im Osten des Landkreises lautmalerisch breit vom Goatn sprechen, ist im Westen kurz und knackig vom Gatn die Rede. Analog dazu erfolgt die Aussprache ähnlich lautender Begriffe: aus Karten werden wahlweise Koatn oder Katn und aus Scharten Schoatn oder Schatn. Die Sprachgrenze zieht sich in einem breiten Streifen, in dem auch Variationen möglich sind von Edelsfeld im Norden über Sulzbach bis ins Birgland.

Westlich dieser Linie vermischt sich das Nordbaierische mit dem Oberostfränkischen, was dazu führt, dass der Frosch im Sulzbacher Land als Frusch daherkommt und im restlichen Landkreis eher als Froosch unterwegs ist. Die selbe Lautverschiebung hat der Vogel durchlaufen: je näher an Franken, umso mehr ist vom Vugl die Rede.
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