AOVE-Wanderung von Krickelsdorf nach Atzmannsricht
Mit Geschichte zum Grand Canyon

Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
19.10.2016
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Atzmannsricht. Dass AOVE-Wanderungen auf große Zustimmung stoßen, bewies eine Exkursion mit AOVE-Kulturführer Norbert Graf: Er führte seine Gruppe von Krickelsdorf über Atzmannsricht zum Oberpfälzer Grand Canyon, den weitläufigen Quarzsandgruben.

Am steinernen Kanapee, nördlich von Atzmannsricht, erinnerte Graf an Karl IV., römisch-deutscher und böhmischer König, außerdem deutscher Kaiser. Im 13. Jahrhundert hätten im heutigen Europa drei Adelsgeschlechter das Sagen gehabt - die Wittelsbacher, die Habsburger und die Luxemburger. Die Kurfürsten und Bischöfe wählten ihren König, waren aber sehr darauf bedacht, diesen nicht zu mächtig werden zu lassen. Schon damals habe Geld auch Macht bedeutet, sagte Graf. Und um an Geld zu kommen, sei jedes Mittel recht gewesen, auch Heirat oder Krieg. Talentiert sei besonders Karl IV. gewesen: Jung und vor allem reich mussten seine Gemahlinnen sein. Als er dreimal glücklich verwitwet war, hatte er damit seinen Reichtum noch vergrößert und konnte auf eigenem Grund und Boden von Prag bis nach Nürnberg reisen. Karl IV. habe Städte gegründet, Stadtrechte vergeben. Der Aufschwung der Stadt Sulzbach-Rosenberg sei den von Karl IV. vergebenen Bergrechten zu verdanken.

Auch so manche amouröse Geschichte ranke sich um das steinerne Sofa, merkte Graf an - aber das wüssten vor allem die jungen Leut' aus Atzmannsricht oder die, die einmal jung waren, besser. Der AOVE-Kulturführer sprach auch die Goldene Straße an, den damals wichtigsten Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag, entlang der heutige B 14. Durch Kauf, Heirat, Verpfändung, Erbschaft und diplomatisches Verhandeln war es Karl IV. gelungen, sich die Obere Pfalz und Neuböhmen einzuverleiben. Damit hatte er einen zollfreien Weg zwischen Nürnberg und Prag.

Forster gab auch Einblick in das Quarzsandvorkommen nördlich von Atzmannsricht. Das hochwertige Material mit niedrigen Eisen- und Schwermineralgehalt und wenigen Tonanteilen werde in der Glasproduktion, in Gießereien und zur Herstellung bauchemischer Produkte benötigt. Auf mehr als 50 Hektar Fläche werden jährlich gut 400 000 Tonnen Quarzsand gefördert. Nicht mehr benötigte Abbaubereiche werden verfüllt und für land- und forstwirtschaftliche Nutzung renaturiert.
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