Ein musikalisch-lyrisches Porträt über Mascha Kaléko aus Anlass des Holocaust-Gedenktages
„Sie sprechen von mir nur leise“

Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
26.01.2016
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Amberg-Sulzbach. Die Künstler Paula Quast (Text) und Krisha Weber (Musik) haben ein neues Genre geschaffen, das zwischen Rezitation und Schauspiel angesiedelt ist. Das Programm "Sie sprechen von mir nur leise" hat eine ganz eigene Dramaturgie. Die klassische Musik, der Tisch mit der Blattsammlung als Requisite machen daraus eine Art von Kammerspiel. Dieses bereichernde Hör- und Gefühlserlebnis bieten die beiden kirchlichen Bildungswerke am Donnerstag, 28. Januar, im Paulaner-Gemeindehaus in Amberg.

Mascha Kaléko, die fast vergessene Dichterin, die auf eine Stufe mit Morgenstern, Ringelnatz oder Kästner gestellt wird, ist zum Greifen nahe, wenn Paula Quast ihre Texte rezitiert, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter.

Der verlorene Traum


Kaléko war eine satirisch-lyrische und sozialkritische Dichterin, die nicht nur auf dem Zeitbegriff der Neuen Sachlichkeit mitgeschwommen ist, sondern ihrer Zeit, dem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Umbruch der Weimarer Republik, dem beginnenden Nationalsozialismus, ihrem Exil und ihrer Heimat, dem verlorenen Traum, eine überaus lebendige, vielschichtige Gestalt gegeben hat.

Die Schauspielerin Paula Quast spricht die Werke von Mascha Kaléko im Vertrauen auf die Kraft des Wortes. Durch den Mut zur Pause lässt sie ihnen Raum, ihre Wirkung zu entfalten. Ihr Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sind unaufdringlich und doch ist sie so präsent, dass sie und Mascha Kaléko im Laufe der Inszenierung immer mehr zu einer Person verschmelzen. Quast schafft einen Zugang zu der Lyrikerin.

Die Musikerin Krisha Weber (Cello) lässt mit ihren Kompositionen die Melancholie hörbar werden, die die Werke umgibt. Dabei überdecken die Töne aber nicht die für Mascha Kaléko ebenfalls typische Ironie, mit der sie die Welt zu kommentieren wusste.

Schon 20 Jahre unterwegs


Diese Inszenierung ist ein Erlebnis und erobert seit 1996 im In- und Ausland ein begeistertes Publikum. In Amberg findet sie zum Holocaust-Gedenktag statt. Beginn ist um 19.30 Uhr am Paulanerplatz 13. Der Eintritt kostet zehn Euro. Karten gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Müller in Amberg und im Buchladen Sulzbach-Rosenberg sowie bei den Bildungswerken EBW und KEB.
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