Gitarrist Igor Lichtmann besticht mit Benefizkonzert in Elbart – Inner Wheel Club Weiden ...
Ausdruckskraft von sechs Saiten demonstriert

Igor Lichtmann erläuterte selbst seine vorgetragenen Stücke. Bild: prö
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
13.08.2016
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Freihung. Ein Benefizkonzert besonderer Art veranstaltete der Inner Wheel Club Weiden in der Kulturscheune Elbart. Geladen waren die Mitglieder mit ihren Partnern, aber auch Liebhaber klassischer Gitarrenmusik, die sich den Auftritt von Igor Lichtmann - einem perfekten Vertreter dieses Genres - nicht entgehen lassen wollten. Der gebürtige Moskauer, der in Amberg aufwuchs, zeigte mit einem anspruchsvollen Programm, welche Ausdruckskraft die sechs Saiten einer Gitarre haben.

Vom Rock beeinflusst


Das Konzert begann mit einem Werk des wohl bekanntesten spanischen Komponisten seiner Generation, Joaquin Rodrigos. Das 1938 uraufgeführte Stück "En Los Trigales" mit etlichen folkloristischen Stilelementen diente der Einstimmung des Publikums auf ein Instrument, das in der klassischen Musikliteratur eher stiefmütterlich behandelt wird. Es folgten der 2. und 3. Satz der Sonata III von Manuel Maria Ponce, eines impressionistischen und spätromantisch beeinflussten Stücks des mexikanischen Komponisten, mit dem Igor Lichtmann zeigte, was er kann. Auch zeitgenössische und vom Rock beeinflusste Musik des noch lebenden russischen Komponisten Nikita Koshkin war zu hören. Sie weckte Assoziationen zu modernen Kompositionen der Klaviermusik.

Selbst ein Werk des paraguayischen Komponisten Augustin Barrios kam zu Ehren, der, inspiriert von der Kathedrale in Montevideo, mit "La Catedral" ein Hauptwerk der romantischen Gitarrenliteratur schrieb. Heiter und gelöst ging es weiter mit "Sarabande" des französischen Komponisten Francis Poulenc.

Argentinische Folklore


Den Abschluss des zweiten Teils bildete die dreisätzige Sonate des argentinischen Komponisten Alberto Ginastera, der es meisterhaft verstand, traditionelle Rhythmen argentinischer Folklore mit der Harmonik moderner klassischer Musik zu kombinieren. Mit höchster Konzentration, die nur gelegentlich den Ansatz eines Lächelns erlaubte, zelebrierte Lichtmann seinen Gitarrenvortrag und genoss sichtlich, wie das Publikum seinem Fingerspiel folgte. Speziell im letzten Teil des Konzerts, bei dem ihn seine Mutter, die Pianistin Jelena Lichtmann, am Flügel begleitete, zeigte er sein ganzes Können. Es war zugleich der Höhepunkt des an Kontrasten reichen Abends mit Rodrigos "Concierto de Aranjuez", 1940 uraufgeführt. Ursprünglich als Orchesterwerk komponiert, wurde es für Klavier und Gitarre umgeschrieben, um auch in kleiner Besetzung gespielt zu werden. Zweifellos hilfreich waren auch die Erläuterungen und Kommentare des bestens präparierten Gitarristen zu den vorgetragenen Musikstücken.

Mit den Abend-Einnahmen kann Inner Wheel, eine internationale Frauenvereinigung mit den Zielen Freundschaft, soziales Engagement und internationale Verständigung, nach den Worten von Weidens Präsidentin Simone Schaller noch besser seinen "vielfältigen sozialen Aufgaben nachkommen".
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