Herbstsingen der Amberger Chöre
Sangesfreunde auf der Roten Liste

Jana Müller und die Singgemeinschaft aus MC Haselmühl-Kümmersbruck, MGV Sangesfreunde Hahnbach und MC Liedertafel Amberg. Bild: e
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
16.10.2016
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Ammrthal. (e) Die Kehlen werden rauher, das Durchschnittsalter immer höher, der Nachwuchs immer weniger: Trotz jahrhundertelanger Tradition scheint dem Männerchorgesang die Puste auszugehen. Günther Winter, der Vorsitzende der Sangesfreunde Hahnbach, hielt beim Herbstsingen der Sängergruppe in Ammerthal mit seinen Befürchtungen nicht hinter dem Berg: "Es ist, als stünden wir schon auf Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten." Doch das vom Sängerbund Amberg initiierte Herbstsingen machte den Verantwortlichen noch einmal Mut. Adolf Gassner, Vorsitzender der Amberger Sänger, freute sich über eine volle Mehrzweckhalle. Die Zuhörer bekamen zwei Stunden lang fulminanten Chorgesang geboten und wunderschönes, Jahrhunderte altes Liedgut: Mit "Kein schöner Land" und "Es blies ein Jäger wohl in sein Horn" wartete der Gesangverein Traßlberg auf. "Das wandern ist des Müllers Lust" und "Wie lieblich schallt durch Busch und Wald" brachte die Singgemeinschaft Haselmühl-Kümmersbruck, die Sangesfreunde Hahnbach, und die Liedertafel Amberg gemeinsam zu Gehör.

Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass beim Gesangverein Traßlberg Saskia Krügelstein ihr Debüt als Dirigentin gab. Der Gemeinschaftschor MGV Frohsinn und der Landfrauensingkreis Gebenbach wurde geleitet von Heinz Krob, dem gastgebenden Gesangverein (Hans Koller) oblag die Eröffnung mit dem "Heimatlied", weil im Kärntner Dialekt gesungen, waren "Setz auf mei grüana Hüatle" und "Übers Laterle steig i nit aufe" so leicht nicht verständlich. Zumindest vom Text her hatte es der MGV Liederkranz Kastl mit dem "Dampfnudel-Lied" unter der Leitung von Wolfgang Herdegen schon leichter.

Es tut dem Genre ganz gut, wenn auch moderne Titel wie "Sing a Song" oder "Somebody loves me" im Repertoire sind (Gesangverein Hirschau mit Jana Müller) oder Sing mit mir" nach der weltbekannten Melody "Ain't she sweet" (Gemeinschaftschor MGV Ursulapoppenricht und MGV Frohsinn Gebenbach mit Ludwig Wendel und Josef Bäumler). Das Ende bildete das von allen Chören gemeinsam gesungene meisterhafte und phantastische Werk - die Hymne des geeinten Europas: Beethovens "Ode an die Freude".
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