Kabarettist Chris Boettcher mischt nicht nur Schnaittenbachs Sandreichtum auf
„Kaolin als Ersatzkokain“

Chris Boettcher spielte nicht nur seine bekannten Rollen, sondern frotzelte auch aktuell über manche Besonderheiten und Entwicklungen in Schnaittenbach. Bild: ads
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
22.04.2016
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Schnaittenbach. Er hat's drauf, der Musik-Kabarettist und Top-Comedian Chris Boettcher. Er gastierte mit seinem Programm "'s Beste" auf Einladung des Katholischen Frauenbunds in Schnaittenbach, wobei Helene Kraus es möglich gemacht hatte, diesen famosen Entertainer in den Landkreis zu holen. Das hochzufriedene Fazit der Gastgeberinnen vorweg: "Sein Witz und sein Esprit sorgten von der ersten Sekunde an für eine super Stimmung und anhaltend ungebrochene Begeisterung beim Publikum."

Parodie, Comedy, Musik


Erna Märkl aus den Reihen der Veranstalterinnen hieß den vielseitigen bayerischen Spaßmacher aus Ingolstadt im ausverkauften Vitusheim willkommen. Er präsentierte in seinem zweistündigen Programm ein Feuerwerk aus Parodie, Comedy, Kabarett und Musik unter dem Motto "Lach kaputt, was dich kaputt macht". Mit dieser Devise brachte er den Saal zum Beben. Mit weißblau-kariertem Hemd betrat Chris Boettcher die Bühne und griff gleich von Anfang an in die Tasten seines Keyboards, um sich Schnaittenbach vorzunehmen. Er verstand es blendend, fantasievoll, witzig und charmant den Ort auf die Schippe zu nehmen, indem er zum Beispiel die Schließung der Sparkasse oder das "Kaolin als Ersatzkokain" thematisierte.

Musikalisch parodistisch, wortwitzig und auch mal hinterfotzig spielte Boettcher mit Ideen, bot unter anderem einen Motivierungskurs für Ehepaare an: Er erzählte zunächst von alltäglichen Problemen, schaute tief in die Seelen vieler Eltern und ihres pubertierenden Nachwuchses und machte sich lustig über Auswüchse bei Kindernamen. Natürlich durften Dauerbrenner wie das Zwiegespräch zwischen Kaiser Franz und Loddar Matthäus nicht fehlen, ebenso wenig die Songs vom "Bockfotzngsicht" und von den armen Models "Zehn Meter gehn".

Nie wirklich bösartig


Chris Boettcher zeigte viele Rollen locker und lächelnd, mit Witz und Charme, nie wirklich bösartig. Er legte den Finger in manche Wunden und hielt typischen Verhaltensweisen den Spiegel vor. Außerdem lieh er Fußballstars, Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel seine Stimme und zeigte aus seiner Sicht deren schwache Seiten.

Beliebte Schlagerstars wurden gleichermaßen aufs Korn genommen und ihre Songs gekonnt umgetextet, gespickt mit manchen Anzüglichkeiten. Boettcher bot insgesamt eine grandiose Show und bekam für sein Gagkonzentrat viel Beifall. Erst nach zwei Zugaben konnte er die Bühne verlassen.
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