Kreiskonzert vereint Kapellen aus vier Gemeinden in Schlicht
Lufthoheit für 160 Blasmusiker

Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
15.04.2016
42
0
 
Die Werkvolkkapelle Schlicht feiert heuer ihr 60-jähriges Bestehen und wollte deshalb das Kreiskonzert ausrichten. Als Gastgeber ließ sie ganz höflich den anderen drei Orchestern den Vortritt, spielte erst zum Schluss. Bilder: sak (2)


HintergrundInsgesamt rund 160 Leute bestritten das Kreiskonzert des Nordbayerischen Musikbunds Kreisverband Amberg-Sulzbach. Die vier Kapellen zeigten, wie viele Richtungen es unter dem Begriff Blasmusik gibt. Das betonte Vorsitzender Horst Bauer gleich zu Beginn des Abends, die Musiker bestätigten seine Ankündigung mit einem kurzweiligen Programm in allen Facetten. Stolz hob Bauer außerdem hervor, dass die Ensembles aus Freudenberg und Schmidmühlen heuer ihren 40. Geburtstag feiern. Die Werkvolkkapelle Schlicht wurde sogar schon 1956 gegründet und nahm ihr 60-jähriges Bestehen zum Anlass, das Kreiskonzert auszurichten - mit Landrat Richard Reisinger als Schirmherr. (sak)

Wer nicht dabei war, hat einen großen Abend mit hervorragenden Orchestern verpasst. Für Hörgenuss der Extraklasse sorgten der Musikverein Freudenberg, die Blasmusik Gebenbach, die Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen und die Werkvolkkapelle Schlicht als Gastgeber.

Schlicht. Die Eröffnung des Abends oblag den Freudenbergern unter der Leitung von Gerhard Zinnbauer. Bei der "Morgenstimmung aus Peer Gynt" von Edvar Grieg, arrangiert von Vladimir Studnicka, konnten sich die Besucher auch zur späteren Stunde lebhaft den Aufgang der Sonne vorstellen. Mit dem Melodram "Die diebische Elster" von Gioacchino Rossini (Arrangement Gian Luca Gardini) zeigten die Musiker und Solisten ihre technischen Fertigkeiten auf den Instrumenten in einem exzellenten Vortrag.

Mit dem flotten Marsch Zigeunerblut von Franz Ecker (arrangiert von Franz Gerstbrein) beendeten die Freudenberger ihren Teil und übergaben an die Blasmusik Gebenbach. Zwischen ihr und der Werkvolkkapelle Schlicht bestehen seit langem neben freundschaftlichen auch verwandtschaftliche Beziehungen.

Mit "Panta Rhei - Ein Dorf im Fluss der Zeit" schuf der Komponist Markus Götz die Auftragskomposition zu einem Dorfjubiläum, das auch auf Gebenbach hätte passen können. Unter der Regie von Gerhard Böller wurden ein altertümlicher Tanz, moderne Zeiten und Industrialisierung mit ungewöhnlichen Effekten und Klängen, endend in einem gloriosen Schluss, dargeboten.

Filmmusik und Wolkenflug


Bei der Filmmusik "Zurück in die Zukunft" erinnerten sich viele Zuhörer gern an diesen Streifen aus den 80-er Jahren. Mit "Voyage into the Blue" von Wada Naoya boten die Protagonisten die spannend dargestellte Reise eines Flugzeugs vom Start über das Gleiten im Nachthimmel bis hin zur Landung im Morgenrot. Das Bordmenü gab es anschließend bei der Pause.

Den zweiten Teil eröffnete die Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen unter der Stabführung von Josef Lobenhofer mit dem York'schen Marsch von Beethoven.

Der Konzertwalzer "Gold und Silber" von Franz Lehar entführte auf einen Faschingsball in Wien um 1900 und mit "James Last - live in London" und einem eigenen Arrangement von Lobenhofer zeigten die Solisten Christopher Kulig und Josef Lobenhofer jun. ihr Können an Gitarre und E-Bass, begleitet von einigen Bläsern.

Bei "Lord of the Dance" bewiesen die Schmidmühlener, dass sie nicht nur musikalisch gut drauf sind, sondern einige von ihnen auch irischen Stepptanz können.

Die Werkvolkkapelle Schlicht mit Dirigent Heinrich Kohl bestritt schließlich den letzten Teil. Mit "Rock Opening" von Manfred Schneider mit swingendem Mittelteil zeigten sie sich gleich von ihrer beschwingten Seite. Mit der ebenfalls schwungvollen Ouvertüre "Klingendes Land" vom österreichischen Komponisten Sepp Tanzer entführten sie die Zuhörer zu einem Streifzug durch ein Land voller Musik. Die Komposition "Cinemania" von Robert Finn bot Elemente traditioneller Hollywood-Blockbuster samt Held, der in den Kampf gegen das Unrecht zieht, sich verliebt und am Ende nach dem Sieg alles zum Guten wendet.

Schlägereien und Petticoats


Mit dem Musical-Hit "Grease" trafen die Schlichter ein weiteres Mal den Geschmack des Publikums. John Moss hatte die bekanntesten Songs um Petticoats, handfeste Schlägereien und heiße Tanzwettbewerbe arrangiert. Ein hervorragender Abschluss des kurzweiligen und abwechslungsreichen Konzertabends.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.