Mundarttag in Gebenbach beleuchtet alle Facetten des Dialekts
Wos gred wiard und wöis song

Unter der Leitung von Rita Butz sangen und spielten mehr als 30 Leute. Mit "Gockerl" oder "Wenne zaubern kannt" gefielen auch die Kleinsten mit der Gitarrengruppe. Bilder: prm (3)
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
26.04.2016
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Gebenbach. Homas? Mundart - wie steht es damit in unserer Umgangssprache? Der Mundarttag 2016 mit dem Titel "Houch! Wos gred wiard und wöis dazou song" der Kreisheimatpflege und der Volkshochschule des Landkreises Amberg-Sulzbach befasste sich damit und bot dazu lustige Geschichten, wissenschaftliche Hintergründe und viel Musik. Wie wichtig den Menschen ihr Dialekt ist, zeigte das gut besuchte Wirtshaus in Gebenbach.

Kreisheimatpflegerin Martha Pruy startete den Abend mit der Erklärung: "Mundart is ren wöi mas glernt hom vo da Mudda, vom Vadda und de Gschwista." Auch Bürgermeister Peter Dotzler gab mit Begriffsbezeichnungen und Redewendungen einen Einblick ins sprachliche Miteinander.

Hintergrund: Dialekt vermittelt Heimatgefühl und Zugehörigkeit. Mit der Globalisierung ist es vielen Menschen wieder wichtig, sich über die Mundart erkennen und zuordnen zu können. Auch das bayerische Kultusministerium verlangt an den Schulen Mundartpflege in den Lehrplänen, "denn sie ist authentisch-facettenreich, ausdrucksstark und trägt zur Persönlichkeitsbildung bei", heißt es aus München.

Vo Mimber af Gemboch


Zum Motto-Tag gehörte auch der Dialekt in Versform. Im Originalton des Naabtals las Georg Killermann aus seinen zwei Büchern Begebenheiten, die er als Bürgermeister von Altenricht erlebt hatte oder von alteingesessenen Leuten seiner Gemeinde wusste. Georg Wagner, bekannt als Sandreng Schore, nahm seine Zuhörer mit auf den Weg von "Mimber af Gemboch" und gab eine Moritat vom Mausberg zum Besten. Geschichten aus Atzmannsricht, dazu viele alte, fast vergessene Ausdrücke trug Josef Bäumler vor.

Eine wichtige Aufgabe fiel der Musik zu, die sich passend in die einzelnen Beiträge einfügte. Unter der Leitung von Rita Butz sangen und spielten mehr als 30 Leute. Die Stauber-Moidln begeisterten mit Liedern aus eigener Feder vom Dorfwirtshaussterben oder anderen Zungenbrechern im Dialekt. Mit "Gockerl" oder "Wenne zaubern kannt" gefielen die Kleinsten mit der Gitarrengruppe.

Lustige Couplets und mehr


Dazwischen ließ die Stubenmusik reizvolle Melodien aus der Oberpfalz erklingen. Lustige Couplets vom Zwoagsang des Männergesangsvereins Gebenbach unter der Regie von Josef Bäumler rundeten die Musikstücke der insgesamt gelungenen Veranstaltung ab.
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