Nachmittag mit Kreisheimatpfleger Dieter Dörner
Die Geschichte zweier Hütten

Aufstieg und Ende der Maxhütte sind am Sonntag Thema eines Vortrags von Kreisheimatpfleger Dieter Dörner im Kulturschloss Theuern. Er gibt auch Einblick in die Geschichte der Luitpoldhütte. Bild: Sarah Lenkisch
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
17.05.2017
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Eigentlich ist es ein Nachruf auf fast 200 Jahre neuzeitlichen Bergbau- und Hüttengeschichte der Luitpold- und der Maxhütte. Doch zu jedem Nachruf gehört auch ein Lebenslauf. Um den geht es am Sonntag, 21. Mai, bei einer Veranstaltung mit Kreisheimatpfleger Dieter Dörner in Theuern.

Theuern. "Grube zu - Ofen aus" so ist der Bildervortrag mit Dieter Dörner im Kulturschloss Theuern überschrieben. Der Referent zeichnet darin ab 15 Uhr den Aufstieg beider Unternehmen bis hin zum Ende des Bergbaus und dem Konkurs der Maxhütte nach.

Die Wurzeln der Luitpoldhütte gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Der mittelalterliche Eisenerz-Bergbau fand laut Dörner aus vielerlei Gründen sein Ende. Die meisten Gruben wurden abgeworfen, die Stadt Amberg zeigte keinerlei Neigung, den Bergbau wieder aufzunehmen. Dies führte schließlich zur Enteignung des Bergbaus durch den Kurfürsten.

Ein Wirtschaftskrieg


Der Aufstieg des Bergärars, aus dem später die Luitpoldhütte hervorging, begann. Fast ein Jahrhundert war man auf den Verkauf des gewonnenen Erzes angewiesen.

Die Inbetriebnahme des ersten Hochofens war die Folge eines Wirtschaftskrieges mit der inzwischen gegründeten Maxhütte. Gießereien folgten. 1964 kam das Aus für den Bergbau, 1968 das für die Hochöfen. Ab 1985 wechselten wiederholt die Eigentümer der Luitpoldhütte. Heute blickt sie als Eisengießerei mit etwa 400 Beschäftigten zuversichtlich in die Zukunft.

Einzigartig in Europa


Anders die Maximilianshütte. 1853 im Sauforst bei Haidhof als Schienenwalzwerk zur Freude des Königs gegründet, drohte schon kurz darauf die Schließung. Das Werk wechselte den Besitzer, der Hochofen in Rosenberg wurde zehn Jahre später angeblasen. Schon bald war man gezwungen, nach einer eigenen Erzbasis Ausschau zu halten. Man wollte autark sein und investierte in ein eigenes Steinkohlebergwerk.

Dies hätte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die Maxhütte fast in den Konkurs getrieben. Doch das Unternehmen wuchs und wuchs, entwickelte sich zum einzigen integrierten Stahl- und Hüttenwerk in Europa.

Unmittelbar nach der Hoch-Zeit Mitte der 1970er-Jahre begann mit der Stahlkrise und Eigentümerwechseln der Niedergang: 1977 Schließung des Bergbaus in Rosenberg, 1987 in Auerbach, Schließung von Haidhof, erster Konkurs, Rettungsversuche, 2002 endgültiges Aus bis auf das Rohrwerk.

Kreisheimatpfleger Dieter Dörner begleitet seine Zuhörer durch Aufstieg und Niedergang. Ein Film beleuchtet das Geschehen bei der Luitpoldhütte vor dem Zweiten Weltkrieg. Schließlich runden Kaffee und Kuchen den Nachmittag ab. Der Eintritt kostet zwei Euro.
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