Neuer Eisengau-Band
Thanheims Kohle und das Gymnasium illustre

Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
16.11.2016
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Amberg-Sulzbach. Vor knapp zehn Jahren war in dem heimatkundlichen Periodikum "Der Eisengau" vom Kriegsende in Amberg nach archivalischer Überlieferung und Zeitzeugenberichten zu lesen. Im aktuellen Band 46 findet sich die ausführliche Schilderung der Besetzung Hahnbachs und Ambergs am 22. und 23. April 1945 aus Sicht des amerikanischen Kommandeurs.

Die amerikanische Sicht


Für ihn, den inzwischen verstorbenen Major Campanella, war es eine Pflicht, die Besetzung beider Orte für seinen Vorgesetzten zu dokumentieren. Rückblickend überrascht, wie heroisch aus Sicht der Amerikaner gekämpft wurde - doch der Leser möge selbst urteilen. Die Übersetzung des Berichtes stamme von Marc Rothballer. Lange erwartet wurden die Ausführungen des Archäologen Dr. Mathias Hensch über den 2010/11 bei Straßenbauarbeiten in Stettkirchen entdeckten früh- und mittelalterlichen Friedhof. In einer Arbeitsstudie beschreibt er die Funde und zieht mögliche Schlüsse.

Nach ersten Versuchen der Braunkohlegewinnung in Thanheim im 19. Jahrhundert begann der Abbau in der Nachkriegszeit mit viel Euphorie. Doch die Qualität, wie auch die der Fürstenhofzeche in Amberg, ließ zu wünschen übrig. War man anfangs froh über die Funde, kam mit der Währungsreform 1948 das Aus. Isabel Lautenschlager beschreibt den bescheidenen Aufstieg und den schnellen Niedergang der Grube.

Der interessanteste Streckenabschnitt der Ostbahn liegt zwischen Hartmannshof und Neukirchen. Während in Band 32 des Eisengau die Trassenführung ausführlich beschrieben wurde, befasst sich diesmal Mathias Conrad detailliert mit der Konstruktion des Brückenbauwerks bei Oed.

Genau 400 Jahre sind seit Gründung des Gymnasium illustre in Sulzbach(-Rosenberg) vergangen. Die Kirchenrevolution ging seinerzeit mit der Bildungsrevolution einher. Schüler sollten hier auf das Universitätsstudium vorbereitet werden. Der damalige Schulleiter, Magister Friedrich Strobel, hielt die Eröffnungsrede. Doch musste das Gymnasium 1627 im Zuge der Gegenreformation bereits wieder schließen.

Das heutige Herzog-August-Gymnasium blickt auf die Tradition des Gymnasium illustre zurück. Dr. Sebastian Meier, einst Schüler des HCA, ist die Transkription aus dem Lateinischen und die Analyse der Eröffnungsrede des Magister Strobel zu danken. Schulleiter Dieter Meyer schrieb die Geleitworte und Studiendirektor a. D. Georg Bauerschmitt schlägt die Brücke zu den Idealen des HCA-Gymnasiums.

Die Rettung der Torarolle


Schließlich beschreibt Dieter Dörner die wiederholte Rettung der Sulzbacher Torarolle. Dabei wird nicht nur auf die Bedeutung der Schrift, sondern auch auf deren Entstehung, die Anforderungen an den Toraschreiber bis hin zum "Begräbnis" einer Torarolle eingegangen. Der Eisengau ist ab sofort im Buchhandel und bei der Redaktion (geschichtsnetzwerk.oberpfalz@gmx.de) erhältlich.
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