Pastyme Companye in Theuern
Ein Vergnügen in guter Gesellschafth

Daniel Gutierrez, Andreas Schmidt, Anne Richter und Deborah Steiner (von links) in Theuern: Mit ihren Instrumenten und Gesangstypen kommen die vier als Pastyme Companye dem Klang des Barock sehr nahe. Bild: e
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
02.11.2016
19
0

Thuern. (e) So mag sie wohl geklungen haben, die Barockmusik in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges bis zur Vorklassik. Im barocken Schloss Theuern hieß es "Pastyme with good company": Vergnügen oder Zeitvertreib in guter Gesellschaft, das wusste im 16. Jahrhundert schon der englische König Henry VIII. zu schätzen, als er das Lied mit diesem Titel schrieb. Das Ensemble "Pastyme Companye" will diese Freude an unterhaltender Kultur weitergeben.

Verbindende Studien


Während gemeinsamer Studien an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar entstanden, ist allen Ensemblemitgliedern das gemeinsame, kammermusikalische Musizieren eine liebgewonnene und geschätzte künstlerische Ausdrucksweise geworden. Den prächtigen, (früh-) barocken, alten Klängen haben sie sich verschrieben, die vier jungen Damen und Herren. Anne Richter ist professionelle Sängerin (Sopran) und Blockflötistin aus Naumburg, sowohl solistisch als auch in Ensembles zu hören. Deborah Steiner aus Leipzig studierte von 2010 bis 2016 Blockflöte in Weimar, hat mehrere Auslandsaufenthalte hinter sich und unterrichtet Blockflöte an der Musik- und Kunstschule in Weimar.

Zur Pastyme Companye gehört schließlich auch Daniel Gutierrez (Viola da Gamba, Dessus de viole) aus Quito (Equador), von 1999 bis 2002 Mitglied des Ecuadorianischen Jugend-Symphonie-Orchesters, von 2003 bis 2008 an der Musikhochschule Weimar. Und nicht zuletzt Andreas Schmidt, Jahrgang 1988.

Was für ein Kontrast: Noch vor Wochenfrist ein prall gefüllter Saal und Schenkelklopfen bei Sissi Perlinger und Lizzy Aumeier, wie es Museumsleiter Michael Ritz ausdrückte. Diesmal wirkliche Freunde der ganz alten Musik. Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören können, als die vier Protagonisten die mit erheblichen Schwierigkeiten gespickten Sonaten und Kantaten von Johann Nikolaus Hanff, Johann Friedrich Fasch, Johann Sebastian Bach, Dietrich Buxtehude oder Georg Friedrich Händel geradezu feierlich darboten.

Musikalische Freiheit


Auf die Quantität kommt es dem Ensemble nicht an, ließ Andreas Schmidt backstage wissen: "Es gibt eine kleine Szene für unsere Musik. Das ist auch gut so, man hat immer einen guten Kontakt zum Publikum." Woher die Begeisterung für die Musik für des Barock kommt, lässt sich so klar nicht definieren. Gleichwohl findet Schmidt: "Man hat die musikalische Freiheit, die Noten erlauben verschiedene Möglichkeiten und Interpretationen, die man sich nirgends sonst so zunutze machen kann." Es sei interessant, zu wissen, wie die Leute damals musiziert haben. "Die Verbindung Musik und Sprache ist im Barock eng miteinander verwoben." Museumsleiter Michael Ritz wollte "keinesfalls auf so ein Konzert verzichten". Damit lag er richtig - war es doch für die Besucher ein ganz besonderer Musikgenuss, mit "großartigen, jungen Menschen" wie er bilanzierte. (Zur Person)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.